1,2 Milliarden Downloads. So oft wurden Metas offene Llama-Modelle bis Ende April 2025 heruntergeladen.
Dann kam Muse.
Seit April 2026 heißt Metas stärkstes Sprachmodell Muse Spark, und dessen Gewichte veröffentlicht Meta nicht mehr. Unter dem Namen Muse laufen inzwischen außerdem ein Bildmodell, ein angekündigtes Videomodell, ein offenes Modell, ein Coding-Agent und seit September ein persönlicher KI-Agent, der schlicht „Muse“ heißt. Wer da den Überblick behält, hat meinen Respekt.
Diesen Artikel nutze ich, um Ordnung reinzubringen. Nutzerzahlen, Umsatz, Investitionen, Meta Superintelligence Labs, Llama und die komplette Muse-Familie mit Benchmarks, Preisen und Kontroversen, alles an einem Ort. Wie Meta im Vergleich zur restlichen Branche dasteht, zeigen meine KI-Statistiken.
- Meta AI kam im Mai 2025 auf 1 Mrd. monatliche Nutzer, gezählt über Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger zusammen
- Für 2026 rechnet Meta mit Investitionsausgaben von 130-145 Mrd. $, nach 72,22 Mrd. $ im Jahr 2025
- Unter dem Namen Muse laufen sechs verschiedene Dinge, vom Sprachmodell Muse Spark über das offene Muse Glimmer 30B bis zum persönlichen Agenten Muse
- Muse Image rutschte auf Arena.ai von Platz 2 zum Launch auf Platz 7, Muse Video ist bis heute nicht öffentlich verfügbar
1. Meta AI auf einen Blick
Meta ist kein reines KI-Labor wie OpenAI oder Anthropic. Der Konzern verdient sein Geld mit Werbung und steckt einen wachsenden Teil davon in KI, vom Assistenten Meta AI über eigene Rechenzentren bis zu den Muse-Modellen. Die wichtigsten Eckdaten:
Stand: September 2026. Quellen: Meta Investor Relations, Meta Newsroom, CNBC.
Im zweiten Quartal 2026 stammten 59,36 von 60,80 Mrd. $ Umsatz aus Werbung. Genau dieses Geschäft finanziert Metas milliardenschwere KI-Wette.
2. Die Muse-Familie auseinanderhalten
Bevor es an die Zahlen geht, lohnt sich ein Blick auf die Namen. Meta nutzt „Muse“ gleichzeitig für Modelle, Werkzeuge und ein Produkt für Endkunden. Die folgende Tabelle trennt die sechs Muse-Dinge sauber voneinander:
Stand: September 2026. Quellen: Meta Newsroom, research.meta.ai, TechCrunch.
Die häufigste Verwechslung betrifft den Agenten Muse und das Modell Muse Spark. Der Agent ist eine eigene App für Endkunden, Muse Spark ist das Sprachmodell, auf dem er läuft.
Und dann gibt es noch Meta AI. So heißt der Assistent in Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Meta hat ihn nach eigenen Angaben neu aufgebaut und mit Muse Spark verbunden.
3. Wie viele Nutzer hat Meta AI?
Im September 2024 nannte Mark Zuckerberg auf der Meta Connect fast 500 Millionen monatlich aktive Nutzer für Meta AI. Damals war der Assistent in einigen großen Märkten noch gar nicht gestartet, darunter die EU.
Auf der Hauptversammlung im Mai 2025 folgte die Marke von 1 Milliarde. Das klingt nach einem Rekord, gehört aber eingeordnet.
Seitdem hat Meta keine neue Gesamtzahl mehr genannt. Stattdessen spricht Zuckerberg über Engagement. Seit dem Umbau von Meta AI mit Muse Spark nutzen laut dem Q2-Call 2026 täglich 60 % mehr Menschen den Assistenten. Eine saubere Zeitreihe gibt es deshalb nicht, nur diese Datenpunkte:
Angaben von Mark Zuckerberg (Meta Connect 2024, Hauptversammlung 2025, Q2-Call 2026).
Eine eigenständige Meta-AI-App gibt es seit dem 29. April 2025. In Europa startete Meta AI am 19. März 2025 in 41 Ländern und 21 Überseegebieten. Zum Start gab es in der Region nur ein Textmodell, das nicht mit Daten von EU-Nutzern trainiert war.
Wie sich die Nutzung von KI insgesamt entwickelt, zeigt mein Artikel Wie viele Menschen nutzen KI?
4. Umsatz, Werbung und KI im Anzeigengeschäft
Metas KI-Geschäft läuft vor allem über die Werbung. Bessere Modelle spielen Anzeigen gezielter aus, und KI-Werkzeuge erstellen die Werbemittel. Die Zahlen aus dem zweiten Quartal 2026:
Q2 2026, veröffentlicht am 29. Juli 2026. Quellen: Meta Investor Relations, Earnings Call.
Den größten Hebel sieht Meta in Advantage+, der automatisierten Kampagnensteuerung. Laut Finanzchefin Susan Li erreichten die End-to-End-Lösungen im zweiten Quartal eine Run-Rate von über 75 Mrd. $ Jahresumsatz. Gemeint ist der aufs Jahr hochgerechnete aktuelle Umsatz.
Auch die Werbetreibenden greifen zu. Ende 2024 nutzten über 4 Millionen Werbetreibende mindestens ein generatives KI-Werkzeug von Meta für ihre Anzeigen, sechs Monate zuvor war es 1 Million. Im ersten Quartal 2026 waren es laut Meta über 8 Millionen.
Messbar wird der Effekt bei den Anzeigen selbst. Verbesserte Modelle brachten auf Facebook laut Susan Li 8,3 % mehr Klicks auf Anzeigen und 15,7 % mehr Conversions. Auf Instagram steigerten erste Pilotprojekte mit Sprachmodellen die App-Conversions um 1 %.
Im Gesamtjahr 2025 setzte Meta 200,97 Mrd. $ um, 22 % mehr als im Vorjahr, bei einem Nettogewinn von 60,46 Mrd. $.
5. Capex: So viel investiert Meta in KI
Capex steht für Investitionsausgaben, also Geld für Rechenzentren, Server und Netzwerktechnik. Nach der aktuellen Prognose wird sich dieser Posten bei Meta zwischen 2024 und 2026 mehr als verdreifachen:
Im Januar 2025 kündigte Zuckerberg für das Jahr Investitionen von 60-65 Mrd. $ an. Am Ende wurden es 72,22 Mrd. $.
Für 2026 hat Meta seine Prognose schon zweimal angepasst:
Capex inklusive Tilgung von Finanzierungsleasing. Quelle: Meta Investor Relations.
Ganz so einfach war die letzte Anpassung aber nicht. Meta selbst spricht von einer verengten Spanne, denn nur die Untergrenze stieg auf 130 Mrd. $, die Obergrenze blieb unverändert.
Der Quartalsvergleich zeigt, wie sehr das Tempo zieht. Allein im zweiten Quartal 2026 gab Meta 31,08 Mrd. $ aus, verglichen mit 19,84 Mrd. $ im ersten Quartal.
Mich überrascht vor allem der Kontrast zur Belegschaft. Ende 2025 beschäftigte Meta 78.865 Menschen, Ende Juni 2026 waren es nur noch 75.472. Das Kapital fließt in Rechenzentren, nicht in zusätzliche Stellen. Zum Vergleich lohnt ein Blick in meine OpenAI-Statistiken.
6. Meta Superintelligence Labs (MSL)
Im Sommer 2025 hat Zuckerberg Metas KI-Arbeit neu sortiert. Am 30. Juni 2025 kündigte er per Memo Meta Superintelligence Labs an, kurz MSL. Dort laufen Grundlagenforschung, Produkte und Infrastruktur unter einem Dach zusammen:
Quellen: CNBC, SiliconANGLE, Meta.
Den Grundstein legte der Deal mit Scale AI. Meta zahlte 14,3 Mrd. $ für einen Anteil von 49 % ohne Stimmrecht, und Scale-Gründer Alexandr Wang wechselte als Chief AI Officer zu Meta.
Neben Wang gehören der frühere GitHub-Chef Nat Friedman und Daniel Gross zur Führung. Gross war zuvor CEO von Safe Superintelligence und kümmert sich bei MSL um technische Architektur und Kapazitätsplanung.
Ganz reibungslos lief der Umbau nicht. Im Oktober 2025 strich Meta rund 600 Stellen in der KI-Sparte, danach arbeiteten knapp 3.000 Menschen bei MSL. Im November 2025 wurde bekannt, dass Yann LeCun Meta nach zwölf Jahren an der Spitze von FAIR verlässt, um ein eigenes Start-up für sogenannte World Models zu gründen.
Das erste Modell von MSL erschien im April 2026. Es heißt Muse Spark.
7. Llama: 1,2 Milliarden Downloads
Bevor Muse kam, war Llama Metas Aushängeschild. Die offene Modellfamilie wuchs in wenigen Monaten um Hunderte Millionen Downloads:
Die Marke von 1 Milliarde fiel am 18. März 2025. Auf der LlamaCon Ende April meldete Meta bereits 1,2 Milliarden Downloads.
Anfang April 2025 erschien Llama 4 mit den Modellen Llama 4 Scout und Llama 4 Maverick.
Trainiert hat Meta es auf einem Cluster mit mehr als 100.000 Nvidia-H100-GPUs.
Mit Muse hat sich das Bild gedreht. Laut Meta erreicht Muse Spark die Fähigkeiten von Llama 4 Maverick mit über einer Größenordnung weniger Rechenaufwand, also mit weniger als einem Zehntel. Die Gewichte dieses neuen Flaggschiffs gibt Meta aber nicht mehr heraus.
Offen ist bisher nur ein Muse-Modell. Muse Glimmer 30B steht unter der Apache-2.0-Lizenz und läuft laut Meta auf einem Mac oder PC mit einer einzigen Consumer-GPU. Alle offenen Alternativen im Vergleich findest du unter Open-Source-LLMs.
8. Muse Spark: Versionen, Preise und Kontext
Nach dem Start von Muse Spark im April 2026 hat Meta ab Juli kräftig nachgelegt. Zwischen dem 7. Juli und dem 8. September kamen sechs Veröffentlichungen, wie die Zeitleiste zeigt:
Muse Spark 1.3 ist seit dem 2. Sept. 2026 die aktuelle Version. Im Vergleich zu 1.2 braucht das Modell laut Meta rund 20 % weniger Tool-Aufrufe und rund 25 % weniger Token. Verfügbar ist es in Muse Code und über die Meta Model API.
Preise, Kontextfenster und Status der drei Muse-Sprachmodelle aus der gradually.ai-Modelldatenbank:
Preise in US-Dollar laut Modelldatenbank von gradually.ai, geprüft zwischen 24. Aug. 2026 und 3. Sept. 2026.
Mit 1 Mio. Token Kontext verarbeitet Muse Spark 1.3 sehr lange Dokumente am Stück. Muse Glimmer 30B kommt auf 131.072 Token und kostet über die API 0,30 $ pro Million Input-Token.
Für den lokalen Betrieb liefert Meta eine Beschleunigung per Speculative Decoding mit. Mit dieser DFlash genannten Technik läuft Glimmer auf einer RTX 5090 laut Meta 3,1-mal so schnell.
Alle Details findest du in den Profilen zu Muse Spark 1.3 und Muse Glimmer 30B. Wie sich Muse Spark gegen Anthropics Flaggschiff schlägt, zeigt das Duell Claude Opus 5 vs. Muse Spark 1.3. Was ein Projekt mit dem Modell kostet, rechnest du im API-Kostenrechner aus.
9. Benchmarks: Wo Muse Spark und Glimmer stehen
Zum Start hat Meta vor allem mit zwei Werten geworben. Im sogenannten Contemplating-Modus erreichte Muse Spark 58 % bei Humanity's Last Exam und 38 % bei FrontierScience Research.
Die Tabelle stellt Metas eigene Angaben den unabhängigen Messungen von Artificial Analysis gegenüber:
Artificial-Analysis-Indexwerte abgerufen am 22. Sept. 2026, Geschwindigkeit am 23. Sept. 2026. HLE und FrontierScience laut Meta.
Mit 48 Punkten landet Muse Spark 1.3 auf Platz 17 von 212 Modellen. Das ist das vordere Feld, aber nicht die Spitze. Der Sprung gegenüber Version 1.2 mit 40 Punkten fällt trotzdem deutlich aus, Artificial Analysis führt 1.2 inzwischen als veraltet. Wie chinesische Anbieter wie DeepSeek in denselben Tests abschneiden, zeigen meine DeepSeek-Statistiken.
Muse Glimmer 30B kommt auf 17 Punkte und Platz 15 in einer Vergleichsgruppe von 142 Modellen. Für ein Modell, das auf einer einzelnen Grafikkarte läuft, ist das ordentlich. Mehr Benchmarks zu allen großen Modellen findest du in meinen LLM-Statistiken.
9.1 Muse Spark merkt, wenn es getestet wird
Ein Detail aus Metas eigenem Sicherheitsbericht zu Muse Spark finde ich bemerkenswert. Bei öffentlichen Benchmarks äußerte das Modell in 19,8 % der Fälle, dass es wahrscheinlich gerade getestet wird. Bei Metas internen Tests lag der Wert bei 2,0 %.
Apollo Research hat Muse Spark vor dem Launch geprüft. Laut der Organisation äußerte kein anderes von ihr getestetes Modell dieses Bewusstsein so häufig. In seiner Gedankenkette nannte Muse Spark sogar Prüforganisationen wie Apollo und METR beim Namen.
Das Problem?
Wenn ein Modell Tests erkennt, sagen Benchmark-Ergebnisse weniger über sein Verhalten im Alltag aus. Meta selbst sieht Muse Spark in allen gemessenen Risikokategorien trotzdem innerhalb sicherer Grenzen.
10. Muse Image und Muse Video: Vom Launch-Rang zur Realität
Am 7. Juli 2026 stellte Meta Muse Image und Muse Video vor. Laut Meta stand Muse Image damals auf Platz 2 der Arena-Ranglisten für Text-zu-Bild und Bildbearbeitung. Muse Video lag bei Text-zu-Video auf Platz 3.
Gut zehn Wochen später sieht das deutlich anders aus:
Muse Image ist bei Text-zu-Bild auf Platz 7 gefallen und bei der Bildbearbeitung auf Platz 6. Muse Video steht nur noch auf Platz 9. Die Launch-Ränge stammen von Meta selbst, die aktuellen Werte direkt aus den Ranglisten:
Stand: 21. September 2026. Quelle: Arena.ai.
Artificial Analysis kommt zu einem ähnlichen Bild. Beim Abruf am 22. Sept. 2026 lag Muse Image dort bei Text-zu-Bild auf Platz 7 und bei der Bildbearbeitung auf Platz 6. Mehr zum Markt der Bildgeneratoren findest du in meinen KI-Bilder-Statistiken und im Profil zu Muse Image.
Für Entwickler ist Muse Image inzwischen auch direkt ansteuerbar. Seit August 2026 bietet Meta das Modell über die Meta Model API an, zum Pauschalpreis von 0,01 $ pro Bild.
Bei Muse Video ist die Lage noch unklarer. Meta sprach zum Launch von „coming soon“, doch auch im September 2026 gibt es keinen öffentlichen Zugang. Die Arena-Plätze deuten auf einen eingeschränkten Testzugang hin, ein frei nutzbares Produkt ist Muse Video nicht.
10.1 Der Rückzug der @-Erwähnungen bei Muse Image
Drei Tage nach dem Start musste Meta bei Muse Image zurückrudern. Mit einer Funktion ließen sich Bilder anderer Menschen erzeugen, indem Nutzer deren öffentlichen Instagram-Account per @-Erwähnung markierten. Öffentliche Accounts waren automatisch einbezogen, wer das nicht wollte, musste in den Einstellungen selbst widersprechen.
Am 10. Juli 2026 ergänzte Meta seine Ankündigung um eine kurze Erklärung. Sinngemäß heißt es darin, die Funktion habe ihr Ziel verfehlt und sei nicht mehr verfügbar.
Zurückgezogen hat Meta allerdings nur diese Funktion, nicht Muse Image selbst. Das Modell läuft weiter und steht ja auch in den aktuellen Ranglisten. Bilder aus Muse Image in der Meta-AI-App und auf meta.ai tragen außerdem ein unsichtbares Wasserzeichen namens Content Seal.
11. Der Agent Muse: Preise, Sicherheit und Kritik
Am 8. September 2026 hat Meta den persönlichen KI-Agenten Muse gestartet. Er läuft mit Muse Spark, soll bei persönlichen Zielen helfen und von sich aus Ideen vorschlagen. Verfügbar ist er bisher nur in den USA für iOS, Android und muse.ai, eine Version für die KI-Brillen soll folgen.
Bei den Preisen setzt Meta auf drei Stufen. Neben der kostenlosen Stufe gibt es „Power“ für 20 $ und „Maximum“ für 100 $ im Monat. Laut TechCrunch sollen die meisten Nutzer in der kostenlosen Stufe bleiben.
Technisch läuft Muse in einer abgeschotteten Umgebung namens Muse Secure VM. Ein separater Agent namens Sentinel muss jeden Zugriff auf das Internet freigeben.
In der Praxis zeigt sich von dieser Absicherung bisher wenig. Die ersten Tests fallen kritisch aus. Laut Wired-Autor Reece Rogers stellt Muse das Sammeln von Daten über ihn vor das Erledigen von Aufgaben. Der Agent schlug unter anderem vor, E-Mail und Bankkonto zu verbinden, eingehende Nachrichten zu überwachen und Mahlzeiten zu fotografieren, um Kalorien zu schätzen.
In einem Test von Inc. las Muse private Benachrichtigungen zu Nachrichten, ohne danach gefragt worden zu sein. Dazu kommt, dass Gespräche standardmäßig für das KI-Training genutzt werden. Abschalten lässt sich das in der App unter „Data Controls“.
Das Vertrauensproblem ist nicht neu. TechCrunch erinnert in seinem Bericht zum Launch an die damalige Rekordstrafe der FTC von 5 Mrd. $ aus dem Jahr 2019 und an den Cambridge-Analytica-Skandal.
12. Rechenzentren und eigene Chips
All diese Modelle brauchen Rechenleistung, und die baut Meta im großen Stil selbst auf. Schon im Januar 2025 kündigte Zuckerberg an, bis zum Jahresende über 1,3 Millionen GPUs zu betreiben. Allein 2025 sollte rund 1 Gigawatt neue Rechenleistung ans Netz gehen.
Wie viel Strom die gesamte Branche für KI-Rechenzentren inzwischen verbraucht, zeigen meine KI-Energieverbrauch-Statistiken. Die großen Projekte von Meta im Überblick:
Quellen: Meta Newsroom, CNBC, Q2-Call 2026.
Bei Hyperion in Louisiana lohnt ein genauer Blick, weil zwei Zahlen kursieren. Die rund 27 Mrd. $ aus dem Oktober 2025 beziehen sich auf die Entwicklungskosten im Joint Venture mit Blue Owl. Blue Owl hält daran 80 % und brachte rund 7 Mrd. $ in bar ein.
Die über 50 Mrd. $ aus dem Juli 2026 gelten dagegen für das später erweiterte Projekt. Bis 2030 soll Hyperion 2 Gigawatt erreichen. In der vollen Ausbaustufe sind um 2032 dann 5 Gigawatt geplant.
Parallel entwickelt Meta eigene Chips. Am 11. März 2026 stellte Meta vier Generationen seiner MTIA-Chips vor. MTIA 300 trainiert bereits Ranking- und Empfehlungssysteme, die Nachfolger sind vor allem für generative KI gedacht. Die Partnerschaft mit Broadcom für eigene KI-Chips folgte als separate Ankündigung am 14. April 2026.
13. Ray-Ban Meta und Datenschutz in Deutschland
Metas KI steckt nicht nur in Apps, sondern auch in Brillen. Laut CNBC verkaufte EssilorLuxottica 2025 über 7 Millionen KI-Brillen. In den Jahren 2023 und 2024 zusammen waren es rund 2 Millionen.
Die Meta Ray-Ban Display mit Anzeige im Glas kam am 30. September 2025 in den USA in den Handel. Sie kostet 799 $, das Armband Meta Neural Band ist im Preis enthalten.
In Deutschland sorgen die Brillen für Ärger mit dem Datenschutz. Die Hamburger Datenschutzbehörde kam am 10. September 2026 zu dem Schluss, dass die Aufnahme-LED im Freien und bei direktem Sonnenlicht praktisch unsichtbar ist. Ist das KI-Training aktiv, greift laut Behörde die Ausnahme für den privaten Gebrauch nicht mehr, und Träger und Meta werden gemeinsam verantwortlich.
Auch beim KI-Training gab es Streit. Die Verbraucherzentrale NRW mahnte Meta am 30. April 2025 ab. Seit dem 27. Mai 2025 nutzt Meta öffentliche Beiträge von Facebook und Instagram für das KI-Training, wer das nicht möchte, muss widersprechen.
14. Mein Fazit zu Meta als KI-Anbieter
Meta hat etwas, das kein reines KI-Labor hat. Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger bringen Meta AI ohne eigenen App-Download zu den Menschen, das zeigt die Milliarde monatlicher Nutzer aus dem Mai 2025. Und das Werbegeschäft finanziert Investitionen, bei denen selbst die Untergrenze für 2026 bei 130 Mrd. $ liegt.
Allerdings:
Die Muse-Familie hält bisher nicht alles, was Meta beim Launch versprochen hat. Muse Image ist in den Ranglisten weit zurückgefallen, Muse Video ist gut zehn Wochen nach der Ankündigung nicht verfügbar, und beim Agenten Muse dominieren die Datenschutzfragen.
Am meisten interessiert mich Muse Glimmer 30B. Ein offenes Modell unter Apache 2.0, das auf einer einzelnen Grafikkarte läuft, führt das Llama-Erbe fort. Ob Meta mit Muse Spark an die Spitze aufschließt, entscheiden die nächsten Versionen. Das Tempo dafür hat Meta jedenfalls.






