1,2 Milliarden Downloads. So oft wurden Metas offene Llama-Modelle bis Ende April 2025 heruntergeladen.
Dann kam Muse.
Seit April 2026 ist Muse Spark Metas aktuelles proprietäres Sprachmodell; seine Gewichte veröffentlicht Meta nicht. Unter dem Namen Muse laufen außerdem ein Bildmodell, ein angekündigtes Videomodell, ein offenes Modell, das Audiomodell Muse Voice Transcribe, ein Coding-Agent und seit September ein persönlicher KI-Agent, der schlicht „Muse“ heißt. Wer da den Überblick behält, hat meinen Respekt.
Wer Meta AI einordnen will, sollte Nutzerzahlen von Unternehmensumsatz und Investitionen trennen. Dazu kommen Meta Superintelligence Labs, Llama und die verschiedenen Muse-Modelle und -Produkte. Wie Meta im Vergleich zur restlichen Branche dasteht, zeigen meine KI-Statistiken.
- Meta meldete im Q3-Call am 29. Oktober 2025 mehr als 1 Mrd. monatlich aktive Meta-AI-Nutzer
- Für 2026 rechnet Meta mit Investitionsausgaben von 130-145 Mrd. $, nach 72,22 Mrd. $ im Jahr 2025
- Muse umfasst mehrere Modelle und Produkte; Muse Image stand am 6. Oktober auf Rang 9 der Arena-Rangliste, für Muse Video war kein öffentlicher Zugang belegt
1. Meta AI auf einen Blick
Meta entwickelt KI-Modelle und -Produkte, erzielt den Großteil seines Umsatzes aber mit Werbung und investiert zugleich in KI-Infrastruktur. Die wichtigsten Eckdaten:
Stand: 7. Oktober 2026. Quellen: Meta Investor Relations, Meta Newsroom.
Im zweiten Quartal 2026 stammten 59,36 von 60,80 Mrd. $ Umsatz aus Werbung. Meta weist die Finanzierung einzelner KI-Investitionen nicht getrennt aus.
2. Die Muse-Familie auseinanderhalten
Bevor es an die Zahlen geht, lohnt sich ein Blick auf die Namen. Meta nutzt „Muse“ für Modelle, Werkzeuge und Produkte für Endkunden und Unternehmen. Die Tabelle ordnet die wichtigsten Angebote ein; Muse for Small Business ist eine Erweiterung des persönlichen Agenten, kein eigenes Basismodell:
Stand: 7. Oktober 2026. Quellen: Meta Newsroom, Meta for Developers, research.meta.ai.
Die häufigste Verwechslung betrifft den Agenten Muse und das Modell Muse Spark. Der Agent ist eine eigene App für Endkunden, Muse Spark ist das Sprachmodell, auf dem er läuft. Am 1. September 2026 stellte Meta außerdem Muse Voice Transcribe vor, das erste Echtzeit-Audiowahrnehmungsmodell von Meta Superintelligence Labs. Meta nennt Streaming-Transkription, Sprechertrennung und Erkennung des Gesprächsendes als Aufgaben; trainiert wurde es mit mehr als 70 Sprachen, davon 25 validiert. Die Modellseite führt mehr als 20 Sprecher und Audioeingaben von über einer Stunde als unterstützte Szenarien auf. Meta nennt die Model API, Meta AI für Mac und Muse Code als Zugänge. Die Angaben sind Herstellerdaten, keine unabhängige Prüfung.
Und dann gibt es noch Meta AI. So heißt der Assistent in Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Meta hat ihn nach eigenen Angaben neu aufgebaut und mit Muse Spark verbunden. In Europa startete der Assistent zunächst in 41 Ländern und 21 Überseegebieten, wie Meta in seiner Rollout-Meldung festhielt.
3. Wie viele Nutzer hat Meta AI?
Meta meldete mehrmals neue Größenordnungen für die monatliche Nutzung. Am 25. September 2024 nannte die Produktmeldung mehr als 400 Millionen; Mark Zuckerberg sprach bei Connect am selben Tag von fast 500 Millionen. Meta löste die Abweichung nicht auf. Im Dezember nannte das Unternehmen fast 600 Millionen. Im Q4-Call am 29. Januar 2025 waren es mehr als 700 Millionen monatlich Aktive; im März meldete Meta erneut diese Größenordnung. Im Mai sprach Zuckerberg von rund 1 Milliarde. Beim Q3-Call am 29. Oktober 2025 meldete Meta mehr als 1 Milliarde monatlich Aktive. Das sind gerundete Angaben aus verschiedenen Mitteilungen, keine einheitlich erhobene Monatsreihe.
Bis zum 7. Oktober 2026 meldete Meta keine neuere absolute Zahl für monatlich aktive Meta-AI-Nutzer als die mehr als 1 Milliarde aus dem Q3-Call vom 29. Oktober 2025. Eine saubere Zeitreihe gibt es nicht, weil die veröffentlichten Werte gerundet sind und einzelne Meldungen voneinander abweichen:
Quellen: Meta, 25. Sept. 2024, Zuckerberg bei Connect, Meta, Dez. 2024, Meta Q4-Call, 29. Jan. 2025, Meta, 19. März 2025, Meta, 1. Okt. 2025, Meta Q3-Call, 29. Okt. 2025, Hauptversammlung, Mai 2025
Im Q2-Call 2026 sagte Mark Zuckerberg, die Zahl der Menschen, die täglich mit Meta AI interagieren, sei seit dem Umbau mit Muse Spark um 60 % gestiegen. Eine absolute Tageszahl und ein genaues Messfenster nannte er nicht. Meta meldete für das zweite Quartal außerdem mehr als 1 Million Unternehmen, die Business Agents wöchentlich auf WhatsApp und Messenger nutzten; zum Zeitpunkt des Calls rollte das Unternehmen sie auch auf Instagram aus.
Die eigenständige Meta-AI-App startete am 29. April 2025. Der europäische Rollout begann am 19. März 2025 in 41 Ländern und 21 Überseegebieten, zunächst mit Text-Chat in sechs Sprachen. Meta erklärte damals, dass die in Europa gestartete Version nicht mit Daten von EU-Nutzern trainiert worden sei.
Wie sich die Nutzung von KI insgesamt entwickelt, zeigt mein Artikel Wie viele Menschen nutzen KI?
4. Umsatz, Werbung und KI im Anzeigengeschäft
Meta setzt KI im Werbegeschäft für Ausspielung, Empfehlungen und die Erstellung von Werbemitteln ein. Die folgenden Umsatzwerte und Capex-Angaben beziehen sich auf das zweite Quartal 2026:
Laut Meta wuchs der Umsatz damit um 28 % gegenüber dem Vorjahresquartal, währungsbereinigt um 27 %. Das Werbegeschäft allein legte um 27 % zu.
Den größten Hebel sieht Meta in Advantage+, der automatisierten Kampagnensteuerung. Laut Finanzchefin Susan Li erreichten die End-to-End-Lösungen im zweiten Quartal eine Run-Rate von über 75 Mrd. $ Jahresumsatz. Gemeint ist der aufs Jahr hochgerechnete aktuelle Umsatz, wie Li im Q2-Call erklärte.
Meta meldete im Q4-2024-Call mehr als 4 Millionen Werbetreibende mit mindestens einem generativen KI-Werbemittel-Tool, gegenüber 1 Million sechs Monate zuvor. Im Q1-2026-Call waren es laut Unternehmen mehr als 8 Millionen Werbetreibende. Für Q2 2026 nannte Meta über 9 Millionen Kleinunternehmen, die mindestens ein KI-Kreativtool nutzen. Da Meta die Zielgruppe im letzten Wert anders bezeichnet, sind die Angaben keine lückenlose, gleich definierte Zeitreihe.
Meta schrieb seinen im Q2-Call beschriebenen Änderungen an Ranking- und Verständnis-Modellen 8,3 % mehr Anzeigenklicks und 15,7 % mehr Conversions auf Facebook zu. Ein früher Instagram-Pilot mit Sprachmodellen ging laut Meta mit 1 % mehr App-Event-Conversions einher. Das sind unternehmensinterne Messungen und keine unabhängige Kausalitätsprüfung.
Im Gesamtjahr 2025 setzte Meta 200,97 Mrd. $ um, 22 % mehr als im Vorjahr, bei einem Nettogewinn von 60,46 Mrd. $.
5. Capex: Metas Investitionsausgaben steigen
Capex steht für Investitionsausgaben, etwa für Rechenzentren, Server und Netzwerktechnik. Metas Konzernprognose für 2026 umfasst KI-Infrastruktur und das übrige Geschäft; sie ist keine reine KI-Ausgabenzahl. Gegenüber 2024 würde sich dieser Gesamtposten nach der Prognose mehr als verdreifachen:
Quellen: Meta Investor Relations, Q2 2026, Meta, FY2025, SEC, FY2024
Im Q4-2024-Bericht stellte Meta Capex von 60-65 Mrd. $ für 2025 in Aussicht. Tatsächlich meldete das Unternehmen später 72,22 Mrd. $. Die Prognosen für 2026 änderten sich im Q4-2025-Bericht, im Q1-2026-Bericht und im Q2-2026-Bericht wie in der Tabelle:
Capex inklusive Tilgung von Finanzierungsleasing. Quelle: Meta Investor Relations.
Bei der letzten Anpassung stieg nur die Untergrenze auf 130 Mrd. $, die Obergrenze blieb bei 145 Mrd. $. Meta bezeichnete das als Verengung der Spanne.
Der Quartalsvergleich zeigt, wie sehr das Tempo zieht. Allein im zweiten Quartal 2026 gab Meta 31,08 Mrd. $ aus, verglichen mit 19,84 Mrd. $ im ersten Quartal.
Zum 30. Juni 2026 zählte Meta laut Quartalsbericht 75.472 Beschäftigte, 1 % weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl belegt keine direkte Umschichtung von Personal zu Rechenzentren. Zum Vergleich lohnt ein Blick in meine OpenAI-Statistiken.
6. Meta Superintelligence Labs (MSL)
Im Sommer 2025 hat Zuckerberg Metas KI-Arbeit neu sortiert. Am 30. Juni 2025 kündigte er per Memo Meta Superintelligence Labs an, kurz MSL. Dort laufen Grundlagenforschung, Produkte und Infrastruktur unter einem Dach zusammen:
Quellen: Meta, SEC-Unterlagen und datierte Medienberichte.
Im Juni 2025 vereinbarte Meta eine strategische Investition in Scale AI. Reuters berichtete über 14,3 Mrd. $ für rund 49 % ohne Stimmrecht und eine Bewertung von etwa 29 Mrd. $; Axios nannte rund 15 Mrd. $ und mehr als 29 Mrd. $ Bewertung. Metas Quartalsbericht bestätigt eine nicht stimmberechtigte Minderheitsbeteiligung, nennt aber keine gleichlautenden Transaktionsdetails. Scale-Gründer Alexandr Wang wechselte als Chief AI Officer zu Meta.
Im Oktober 2025 berichtete die Associated Press über rund 600 Stellenstreichungen in Metas KI-Sparte. Eine bestätigte Beschäftigtenzahl für MSL nach dem Umbau veröffentlichte Meta nicht. Yann LeCun kündigte im November 2025 an, Meta zum Jahresende zu verlassen und ein eigenes Unternehmen für World-Model-Forschung aufzubauen.
Das erste Modell von MSL erschien im April 2026. Es heißt Muse Spark.
7. Llama: 1,2 Milliarden Downloads
Bevor Muse kam, war Llama Metas Aushängeschild. Die offene Modellfamilie wuchs in wenigen Monaten um Hunderte Millionen Downloads:
Quellen: Meta, Dez. 2024, Meta, März 2025, TechCrunch, Apr. 2025
Die Marke von 1 Milliarde fiel am 18. März 2025. Auf der LlamaCon Ende April meldete Meta bereits 1,2 Milliarden Downloads. Das sind kumulierte Modell-Downloads, keine Zahl einzelner Nutzer oder aktiver Installationen.
Anfang April 2025 erschien Llama 4 mit den Modellen Llama 4 Scout und Llama 4 Maverick.
Im Oktober 2024 sagte Zuckerberg, Meta trainiere Llama-4-Modelle auf einem Cluster mit mehr als 100.000 Nvidia-H100-GPUs. Die Aussage beschreibt den damals genannten Cluster, nicht die nachgewiesene Gesamtzahl der für das fertige Modell eingesetzten GPUs.
Meta zufolge erreichte Muse Spark in einem internen Vergleich ähnliche Fähigkeiten wie Llama 4 Maverick mit mehr als zehnmal weniger Rechenaufwand. Das ist Metas eigener Vergleich, keine unabhängige Bestätigung. Die Gewichte von Muse Spark veröffentlicht Meta nicht.
Offen ist bisher nur ein Muse-Modell. Muse Glimmer 30B steht unter der Apache-2.0-Lizenz und läuft laut Meta auf einem Mac oder PC mit einer einzigen Consumer-GPU. Alle offenen Alternativen im Vergleich findest du unter Open-Source-LLMs.
8. Muse Spark: Versionen, Preise und Kontext
Seit dem Start von Muse Spark im April 2026 hat Meta mehrere Modellversionen, Werkzeuge und Agentenfunktionen angekündigt. Die Zeitleiste hält die datierten Veröffentlichungen und Produktmeldungen fest:
Muse Spark 1.3 ist seit dem 2. Sept. 2026 die aktuelle veröffentlichte Version. In Metas eigenem Vergleich mit 1.2 benötigte das Modell rund 20 % weniger Tool-Aufrufe und rund 25 % weniger Token. Muse Code verließ am 24. September die Beta; die Meta Model API war laut Meta seit dem Connect-Update allgemein verfügbar.
Release, Kontextfenster, Status und Preise aus der gradually.ai-Modelldatenbank. Die Werte sind ein dort geprüfter Datenbankstand, keine Live-Preisliste:
Preise in US-Dollar aus der Modelldatenbank von gradually.ai, dort geprüft zwischen 24. Aug. 2026 und 3. Sept. 2026. Für Muse Spark 1.3 gelten laut Meta aktuell zwei API-Stufen; diese Tabelle bildet den älteren geprüften Datenbankstand ab.
Meta nennt für Muse Spark 1.3 ein Kontextfenster von 1 Million Token. Die zentrale gradually.ai-Datenbank enthält für Muse Glimmer 131.072 Token; dessen dort hinterlegter API-Preis ist kein bestätigter aktueller Meta-Tarif. Beim aktuellen Meta-Model-API-Tarif kostet die Standardstufe je Million Token 1,25 $ für Input, 4,25 $ für Output und 0,15 $ für gecachten Input. Meta sagt, dass Prompts und Ausgaben der Standardstufe nicht zum Modelltraining verwendet werden. Die günstigere Contributor-Stufe kostet 0,10 $ Input, 0,20 $ Output und 0,002 $ gecachten Input je Million Token. Dafür erlaubt der Nutzer Meta, Eingaben und Ausgaben zum Training zukünftiger Modelle zu verwenden. Muse Voice Transcribe kostet 0,18 $ je verarbeiteter Audiostunde; die Audiominuten werden getrennt vom Tokenverbrauch berechnet. Streaming und reguläre Transkription kosten gleich. Eine Contributor-Stufe gibt es für den Audiendienst zum Start nicht.
Für den lokalen Betrieb beschreibt Meta DFlash als Speculative-Decoding-Verfahren. Meta berichtet für mehrere getestete Geräte von deutlich schnellerer Generierung bei vergleichbarer Ausgabequalität. Eine unabhängige, geräteübergreifende Geschwindigkeitsgarantie folgt daraus nicht.
Alle Details findest du in den Profilen zu Muse Spark 1.3 und Muse Glimmer 30B. Wie sich Muse Spark gegen Anthropics Flaggschiff schlägt, zeigt das Duell Claude Opus 5 vs. Muse Spark 1.3. Was ein Projekt mit dem Modell kostet, rechnest du im API-Kostenrechner aus.
9. Benchmarks: Wo Muse Spark und Glimmer stehen
Zum Start hob Meta zwei Ergebnisse hervor. Im sogenannten Contemplating-Modus erreichte Muse Spark 58 % bei Humanity's Last Exam und 38 % bei FrontierScience Research, laut Metas Launch-Bericht.
Der Chart zeigt den Artificial Analysis Intelligence Index. Rang und Zahl der verglichenen Modelle hängen von der Modellklasse ab; der Stand dieser Abfrage ist der 7. Oktober 2026:
Quellen: Muse Spark 1.3, Muse Spark 1.2, Muse Glimmer
Artificial Analysis weist für Muse Spark 1.3 einen Wert von 48 und Rang 23 unter 225 Modellen derselben Klasse aus. Für Spark 1.2 sind es 40 Punkte und Rang 58 unter 225; Artificial Analysis kennzeichnet diese Version als nicht mehr aktuell. Glimmer erreicht 17 Punkte und Rang 14 unter 142 offenen Modellen seiner Größenklasse. Diese Ränge sind Momentaufnahmen innerhalb unterschiedlicher Vergleichsgruppen, keine universelle Qualitätsrangliste. Wie chinesische Anbieter in denselben Tests abschneiden, zeigen meine DeepSeek-Statistiken.
Glimmer gehört zu einer eigenen Gruppe offener Modelle; sein Rang ist deshalb nicht direkt mit dem proprietären Spark zu vergleichen. Mehr Benchmarks findest du in meinen LLM-Statistiken.
9.1 Muse Spark merkt, wenn es getestet wird
Metas Sicherheitsbericht untersuchte, wie häufig Muse Spark in bestimmten Benchmark-Prompts vermutete, getestet zu werden. In den dort als öffentlich eingestuften Benchmark-Fällen trat das in 19,8 % der Antworten auf, in Metas internem Testset in 2,0 %. Das sind Resultate aus diesem Testprotokoll, keine allgemeine Quote für beliebige Gespräche.
Metas Bericht fasst außerdem eine Prüfung durch Apollo Research vor dem Start zusammen. In dem dort beschriebenen Vergleich beobachtete Apollo eine auffällig häufige Erkennung von Tests. Das Ergebnis gilt für die von Apollo geprüften Modelle und Aufgaben; Metas Bericht dokumentiert auch Antworten, in denen Muse Spark Prüforganisationen wie Apollo und METR erwähnte. Meta verlinkt keinen separaten öffentlichen Apollo-Bericht zu dieser Prüfung.
Das Problem?
Wenn ein Modell Testsituationen erkennt, kann das Benchmark-Messungen beeinflussen. Meta kam in seinem Bericht dennoch zu dem Schluss, dass Muse Spark in den geprüften Risikokategorien innerhalb der eigenen Freigabeschwellen lag. Das ist Metas Sicherheitsbewertung, keine unabhängige Garantie.
10. Muse Image und Muse Video: Vom Launch-Rang zur Realität
Am 7. Juli 2026 stellte Meta Muse Image und Muse Video vor. Laut Meta stand Muse Image damals auf Platz 2 der Arena-Ranglisten für Text-zu-Bild und Bildbearbeitung. Muse Video lag bei Text-zu-Video auf Platz 3.
Ein Arena-Snapshot vom 21. September zeigte andere Ränge. Die folgende Kurve hält nur diesen historischen Vergleich fest; die Tabelle darunter enthält den jüngsten abrufbaren Stand je Rangliste:
Quellen: Meta, 7. Juli 2026, Text-zu-Bild, Bildbearbeitung, Text-zu-Video (Snapshots: 21. Sept. 2026)
Am 6. Oktober lag Muse Image in der Arena-Rangliste Text-zu-Bild auf Rang 9 und bei der Einzelbild-Bearbeitung auf Rang 8. Bei Text-zu-Video war am 21. September weiterhin Rang 9 der jüngste abrufbare Snapshot. Arena wertet paarweise Nutzerstimmen aus; die drei Ranglisten haben unterschiedliche Größen und Beobachtungszeiträume:
Ranglisten-Snapshots: Bildgeneratoren 6. Okt. 2026, Text-zu-Video 21. Sept. 2026. Stimmen sind Crowdsourcing-Stichproben, kein Nachweis für öffentlichen Produktzugang. Quelle: Arena.ai.
Mehr zum Markt der Bildgeneratoren findest du in meinen KI-Bilder-Statistiken und im Profil zu Muse Image.
Für Entwickler ist Muse Image inzwischen auch direkt ansteuerbar. Meta bietet das Modell über die Meta Model API an. Laut Preisseite kostet ein erfolgreich erzeugtes und zurückgegebenes Bild 0,01 $.
Bei Muse Video ist die Lage unklarer. Meta kündigte es im Juli als „coming soon“ an; bis zum Stichtag war kein öffentlicher Zugang dokumentiert. Ein Arena-Eintrag zeigt, dass Stimmen für das Modell vorliegen, belegt aber weder, wer es testen konnte, noch einen allgemein verfügbaren Dienst.
10.1 Der Rückzug der @-Erwähnungen bei Muse Image
Meta hatte beim Start eine Funktion angekündigt, mit der Instagram-Profile als Referenz für Bildanfragen verwendet werden konnten. Angaben, dass alle öffentlichen Konten automatisch einbezogen gewesen seien oder selbst hätten widersprechen müssen, sind durch die geprüfte Ankündigung nicht belegt.
Am 10. Juli 2026 ergänzte Meta seine Ankündigung: Die @-Erwähnungsfunktion habe ihr Ziel verfehlt und sei nicht mehr verfügbar.
Zurückgezogen hat Meta nur diese Funktion, nicht Muse Image. Das Modell läuft weiter und erscheint in aktuellen Ranglisten. Laut Metas Launch-Bericht tragen Bilder, die Muse Image in der Meta-AI-App und auf meta.ai erstellt, Content Seal, ein unsichtbares Wasserzeichen.
11. Der Agent Muse: Preise, Sicherheit und Kritik
Am 8. September 2026 stellte Meta den persönlichen KI-Agenten Muse vor. Er nutzt Muse Spark und läuft laut Meta in einer eigenen virtuellen Umgebung. Die Startmeldung beschrieb einen Rollout in den USA. Auf der Connect-Konferenz am 24. September kündigte Meta eine spätere Verbindung zu seinen KI-Brillen an. In der Meldung vom 29. September beschrieb Meta Muse als in den USA und Kanada verfügbar.
Axios berichtete zum Start von einer kostenlosen Stufe sowie „Power“ für 20 $ und „Maximum“ für 100 $ im Monat. Meta kündigte die Stufen nicht mit diesen Preisen in seiner Produktmitteilung an; Preise und Verfügbarkeit können sich ändern.
Meta beschreibt Muse Secure VM als eigene virtuelle Maschine für Agent und Nutzerdaten. Ein Kontrollsystem namens Sentinel soll externe Aktionen überwachen; vor sensiblen Schritten wie dem Versand einer E-Mail oder einem Kauf soll Muse eine Freigabe einholen. Das sind Angaben des Anbieters aus der Produktmeldung.
Erste Tests warfen Fragen zum Verhältnis von Nutzen und Datenzugriff auf. Wired-Autor Reece Rogers beschrieb Vorschläge des Agenten, E-Mail und Finanzkonten zu verbinden, Nachrichten zu überwachen und Mahlzeiten zu fotografieren. Das sind Beobachtungen eines einzelnen Tests, keine repräsentative Nutzungsstudie.
Am 3. Oktober berichtete Wired, dass extrahierte Muse-Anweisungen eine Seite für jede Person im Leben eines Nutzers und stündliche Aktualisierungen vorsahen. Meta sagte Wired, Muse nutze öffentliche Informationen und das, was Nutzer selbst teilen. Das beschreibt Vorgaben für nutzerspezifische Erinnerungen; es belegt keine zentral bei Meta angelegten Dossiers über alle Bekannten eines Nutzers.
Inc.-Autor Jason Aten berichtete, Muse habe auf seinem Mac private Nachrichtenbenachrichtigungen synchronisiert, obwohl er den Zugriff nicht bewusst freigegeben habe. Meta widersprach der Darstellung und sagte, Nachrichten-Synchronisierung sowie macOS-Zugriffsrechte seien optional; das Produkt habe die Synchronisierung unklar erklärt. Der öffentlich dokumentierte Streit klärt den konkreten Ablauf nicht abschließend. Meta sagt in seiner Produktmeldung, Nutzer könnten in den Datenkontrollen der Verwendung ihrer Interaktionen für das Training eigener KI-Modelle widersprechen.
Das Vertrauensproblem ist nicht neu. 2019 verhängte die FTC eine Strafe von 5 Mrd. $, nachdem Facebook gegen eine frühere Datenschutzanordnung verstoßen und irreführende Aussagen zur Kontrolle persönlicher Daten gemacht hatte. Das ist historischer Kontext, kein Beleg zu Muse.
Auf der Connect-Konferenz am 24. September kündigte Meta Echtzeit-Sprachgespräche und Videochats mit dem Agenten sowie seine spätere Nutzung auf den KI-Brillen an. Am 28. September stellte das Unternehmen die Meta Enterprise Platform vor, die unter anderem Muse, Meta Business Agent, Muse API und Muse Code für Unternehmen bündeln soll. Eine separate Meldung vom 29. September, „Muse for Small Business“, ergänzte Geschäftskonten und Verbindungen zu Drittanbieterdiensten. Meta sagt, dass nichts ohne Zustimmung veröffentlicht, versendet oder ausgegeben werde.
Auf der Connect kündigte Meta außerdem Muse Charm an, ein Gerät im Taschenformat, das den Agenten per Echtzeit-Sprachmodell zugänglich machen soll. Für die Feiertage 2026 stellte Meta eine Markteinführung in Aussicht; technische Details und ein Preis waren zum Stichtag nicht veröffentlicht.
TechCrunch berichtete, dass Muse am 18. September den Spitzenplatz im US-App-Store erreichte und ihn am 25. September noch hielt; die App war damals in den USA und Kanada verfügbar. Die Download-Schätzungen vom 25. September unterschieden sich: Sensor Tower schätzte mehr als 3,4 Millionen, Apptopia 4,3 Millionen und Appfigures etwa 2,3 Millionen. Am 30. September meldete 9to5Mac, eine Sensor-Tower-Projektion habe 5 Millionen Downloads überschritten und Muse habe zwölf Tage lang auf Platz 1 im US-App-Store gestanden. Das sind Drittanbieter-Schätzungen zu Downloads und ein datierter Rang, keine Zahl aktiver Nutzer oder ein Beleg für dauerhafte Marktführerschaft.
12. Rechenzentren und eigene Chips
All diese Modelle brauchen Rechenleistung. Im Q4-2024-Call kündigte Zuckerberg als damaliges Ziel an, bis Jahresende mehr als 1,3 Millionen GPUs zu betreiben und 2025 fast 1 Gigawatt Rechenleistung bereitzustellen. Diese Pläne belegen nicht, dass die Ziele erreicht wurden.
Wie viel Strom die gesamte Branche für KI-Rechenzentren inzwischen verbraucht, zeigen meine KI-Energieverbrauch-Statistiken. Die großen Projekte von Meta im Überblick:
Quellen: Meta Engineering, Prometheus, Meta, El Paso, Meta, Hyperion
Bei Hyperion in Louisiana beziehen sich die rund 27 Mrd. $ aus der Joint-Venture-Meldung vom Oktober 2025 auf die gesamten Entwicklungskosten des Projekts, nicht auf eine einzelne Meta-Ausgabe. Blue-Owl-Fonds halten 80 %, Meta 20 %. Laut Meta leisteten die Fonds einen Barbeitrag von rund 7 Mrd. $ an das Joint Venture; Meta erhielt separat eine Ausschüttung von rund 3 Mrd. $. Im Juli 2026 erhöhte Meta den geplanten Kapazitätsausbau auf 5 Gigawatt und bezifferte die Projektinvestition auf mehr als 50 Mrd. $. Ein Fertigstellungsjahr für die 5-Gigawatt-Stufe nannte Meta nicht.
Prometheus ist laut Meta auf eine Kapazität von 1 Gigawatt ausgelegt, wenn der Campus fertiggestellt ist. Meta nannte auf der Projektseite keinen Inbetriebnahmetermin. Für den Campus in El Paso erwartet Meta, dass 1 Gigawatt Kapazität ab 2028 online gehen kann. Die Partnerschaft mit BlackRock wurde im Juli 2026 angekündigt.
Parallel entwickelt Meta eigene Chips. Am 11. März 2026 beschrieb Meta vier MTIA-Generationen. MTIA 300 war laut Unternehmen für Ranking- und Empfehlungssysteme im Einsatz; die späteren Generationen sollen auch generative KI bedienen. Eine separate Vereinbarung mit Broadcom zu kundenspezifischen KI-Chips gab Meta am 14. April 2026 bekannt.
13. Ray-Ban Meta und Datenschutz in Deutschland
Metas KI steckt nicht nur in Apps, sondern auch in Brillen. EssilorLuxottica meldete, 2025 seien über 7 Millionen KI-Brillen aus dem eigenen Portfolio verkauft worden. Die ältere Schätzung von rund 2 Millionen bezog sich auf den Absatz der Ray-Ban Meta von ihrem Start 2023 bis Ende 2024. Die beiden Zahlen haben unterschiedliche Produktumfänge:
Quellen: EssilorLuxottica, Jahresergebnis 2025, The Information, 11. Feb. 2026
Die Meta Ray-Ban Display mit Anzeige im Glas kam am 30. September 2025 in den USA in den Handel. Sie kostet 799 $, das Armband Meta Neural Band ist im Preis enthalten.
Am 10. September 2026 veröffentlichte Hamburgs Datenschutzbehörde einen Prüfbericht ausschließlich zur Ray-Ban Meta Wayfarer der ersten Generation. Sie kam zu dem Schluss, dass Aufnahmen anderer Personen außerhalb des engen Familienkreises regelmäßig unzulässig sein können, weil die LED keine ausreichende Transparenz für eine informierte Einwilligung gewährleiste. Die Behörde sah meist auch keine Rechtsgrundlage für das KI-Training mit solchen Aufnahmen. Das ist die Bewertung der Aufsicht für den geprüften Gerätetyp, kein Gerichtsurteil zu allen Brillenmodellen.
Meta erklärte, seit dem 27. Mai 2025 öffentliche Beiträge erwachsener Nutzer in der EU sowie Interaktionen mit Meta AI zum Training eigener Modelle zu nutzen und dafür einen Widerspruch anzubieten. Laut Meta werden öffentliche Beiträge von EU-Konten unter 18 Jahren nicht dafür verwendet; private Nachrichten bleiben außen vor, solange sie nicht von einem Nutzer oder Gesprächsteilnehmer mit Meta AI geteilt werden. Diese Darstellung beschreibt Metas Policy, nicht eine unabhängige rechtliche Bewertung.
14. Mein Fazit zu Meta als KI-Anbieter
Meta bringt seinen Assistenten in Produkte, die viele Menschen bereits nutzen. Die zuletzt genannte absolute Größenordnung waren laut Q3-Call 2025 mehr als 1 Milliarde monatlich aktive Meta-AI-Nutzer. Das Werbegeschäft ist mit 59,36 von 60,80 Mrd. $ Umsatz im zweiten Quartal 2026 weiterhin zentral. Metas Capex-Prognose für den gesamten Konzern liegt bei 130 bis 145 Mrd. $.
Allerdings:
Die Muse-Angebote entwickeln sich noch. Muse Video war bis zum 7. Oktober nicht öffentlich zugänglich; Muse Image lag am 6. Oktober in der Arena-Text-zu-Bild-Rangliste auf Rang 9. Die US-App-Ranglistenmeldung für Muse stammt aus dem September und belegt keinen globalen oder dauerhaften Erfolg. Beim Agenten bleiben Fragen zu Datenzugriff und Sicherheit wichtig, auch weil Medienberichte über einzelne Tests und Metas Darstellung voneinander abweichen.
Am meisten interessiert mich Muse Glimmer 30B. Ein offenes Modell unter Apache 2.0, das auf einer einzelnen Grafikkarte läuft, führt das Llama-Erbe fort. Ob Meta mit Muse Spark an die Spitze aufschließt, entscheiden die nächsten Versionen. Das Tempo dafür hat Meta jedenfalls.






