Du suchst eine einzige KI-Zahl und findest fünf verschiedene.
Das liegt selten an schlechten Quellen. Jede Quelle zählt nämlich etwas anderes.
DataReportal schätzt 2,42 Milliarden aktive Nutzer generativer KI-Plattformen im April 2026. Ob dahinter ebenso viele einzelne Menschen stehen, lässt DataReportal ausdrücklich offen. GWI fragte dagegen nach jeder Form von KI. In seiner Stichprobe hatten 81,2 % der Online-Erwachsenen im Vormonat KI genutzt.
Hier findest du die wichtigsten KI-Statistiken 2026 zu Nutzern und Markt, jeweils mit Quelle und den Fakten dahinter.
Die wichtigsten Zahlen vorab:
- DataReportal schätzt 2,42 Milliarden aktive Nutzer generativer KI-Plattformen im April 2026. Der Bericht warnt, dass der Wert nicht zwingend eindeutige Menschen zählt.
- In einer separaten GWI-Umfrage sagten 81,2 % der Online-Erwachsenen in einer Stichprobe aus 54 Märkten, sie hätten im Monat vor der Befragung im vierten Quartal 2025 mindestens eine Form von KI genutzt.
- Für zahlende KI-Abos und Coding-Agenten gibt es einzelne Anbieterwerte, aber keine belastbare, deduplizierte Weltzahl.
- Grand View Research schätzt den KI-Markt 2026 auf 539,5 Milliarden USD und prognostiziert 3.497,3 Milliarden USD für 2033.
- 2025 entfielen laut OECD 258,7 Milliarden USD oder 61 % des weltweiten Risikokapitals auf KI-Unternehmen.
- In McKinseys Befragung 2026 berichteten fast neun von zehn Befragten regelmäßige KI-Nutzung; 44 % meldeten unternehmensweite Skalierung.
1. Wie viele Menschen nutzen KI?
OpenAI, Meta und Google veröffentlichen große Nutzerzahlen für ihre KI-Angebote. Solche Kennzahlen können einen Eindruck von der Reichweite geben, zählen aber nicht dieselbe Art von Nutzung.
Wie verbreitet KI insgesamt ist, hängt auch davon ab, ob eine Umfrage nach generativen Chatbots oder nach KI-Funktionen in beliebigen Apps fragt.
1.1 Globale Nutzungswerte und ihre Grenzen
DataReportals Bericht für April 2026 schätzt weltweit 2,42 Milliarden aktive Nutzer generativer KI-Plattformen wie ChatGPT, Gemini und Doubao. Das entspricht 29,2 % der Weltbevölkerung.
Wie sich die Weltbevölkerung insgesamt aufteilt, zeigt diese Grafik:
Jeder Mensch zählt nur einmal, und zwar in seiner fortgeschrittensten Gruppe. Wer ein KI-Abo bezahlt, taucht also nicht zusätzlich bei den Gratis-Nutzern auf.
Belegt sind die Offline-Zahl der ITU und die 2,42 Milliarden aktiven Nutzer von DataReportal. DataReportal schließt allerdings nicht aus, dass einzelne Menschen mehrfach gezählt sind, der Anteil ist deshalb eher eine Obergrenze.
Die beiden kleinsten Gruppen sind meine Schätzung. Allein OpenAI meldet mehr als 59 Millionen Zahlende, die übrigen Anbieter veröffentlichen keine Gesamtzahlen. Daraus ergeben sich rund 80 Millionen zahlende Menschen. Bei den Coding-Agenten überschneiden sich die Werte von OpenAI Codex (20 Millionen aktive Nutzer), GitHub Copilot (4,7 Millionen zahlende Abos) und Cursor (mehr als 1 Million tägliche Nutzer), ich setze rund 30 Millionen an. Diese Schätzung ist unsicher, denn der Codex-Wert von 20 Millionen stammt aus einem Beitrag eines Mitarbeiters ohne Zeitfenster. Offiziell sind nur mehr als 5 Millionen wöchentlich aktive Nutzer belegt, mit dieser Untergrenze fiele die Gruppe deutlich kleiner aus.
Eine andere Frage stellte GWI in einer Umfrage unter mehr als 240.000 Menschen ab 16 Jahren in 54 Märkten. 81,2 % der Online-Erwachsenen in dieser Stichprobe gaben für das vierte Quartal 2025 an, im Vormonat mindestens eine Form von KI genutzt zu haben. Dazu zählen laut Bericht auch KI-Funktionen in Software, nicht nur Chatbots.
1.2 Wie viele Menschen nutzen KI-Chatbots?
Die kurze Antwort: Das weiß niemand exakt. Was es gibt, sind die Zahlen der einzelnen Anbieter:
Die Tabelle zeigt drei veröffentlichte Anbieterwerte mit unterschiedlichen Zeiträumen. ChatGPT meldet wöchentlich aktive Nutzer, Meta AI und Gemini melden monatlich aktive Nutzer.
Mehr Details zu den einzelnen Diensten findest du in meinen ChatGPT-Statistiken. Wie sich der Webtraffic auf die Chatbot-Websites verteilt, zeigt Abschnitt 10.
1.3 KI-Adoption nach Ländern
Der Ländervergleich verwendet nur Eurostat-Werte mit einer einheitlichen Definition:
Deutschland liegt in der Eurostat-Messung bei 32,3 %, knapp unter dem EU-Durchschnitt von 32,7 %. Breitere Definitionen ergeben höhere Werte. Nach Bitkom nutzen 58 % der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland irgendeine Art von KI (2026).
Zwei Muster ziehen sich durch die verglichenen Erhebungen:
Erstens das Alter. In der EU nutzen 64 % der 16- bis 24-Jährigen generative KI, aber nur 7 % der 65- bis 74-Jährigen (Eurostat, 2025). Zweitens der Wohlstand. Reichere Länder wie Norwegen liegen weit vorn, ärmere wie Rumänien weit dahinter, die genauen Werte zeigt der Chart oben.
1.4 KI-Nutzung nach Altersgruppen
Die Altersstufen im Detail, jeweils der Anteil der Personen, die in den letzten drei Monaten generative KI genutzt haben (EU-27, 2025):
Zwischen den 16- bis 24-Jährigen und den 65- bis 74-Jährigen liegen rund 57 Prozentpunkte. Der Anteil sinkt mit jeder Altersstufe.
1.5 KI-Nutzung laut Microsoft-Telemetrie
Eine dritte Messmethode ergänzt die Umfragen: Microsoft leitet die KI-Nutzung aus anonymisierten Telemetriedaten ab und rechnet sie auf die Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren hoch. Für Juni 2026 liegen die Vereinigten Arabischen Emirate und Singapur klar vorn. Deutschland steht mit 32,3 % auf Platz 23 des Berichts, knapp unter den USA (33,0 %) und weit über dem weltweiten Wert. Der fast identische Eurostat-Wert für Deutschland (32,25 % im Jahr 2025) ist Zufall, denn beide Messungen sind unabhängig.
Die Telemetrie-Werte zeigen vor allem die Reihenfolge der Länder.
Allerdings:
Nutzung ist nicht gleich Alltag. Laut Pew Research haben 49 % der US-Erwachsenen schon KI-Chatbots genutzt (Befragung Februar 2026), aber für die meisten bleibt es bei gelegentlichen Fragen. Nur 10 % der Menschen weltweit nutzen KI-Chatbots wöchentlich für Nachrichten (Reuters Institute, 2026).
1.6 Wie viele Menschen zahlen für KI?
Veröffentlichte Abonnentenzahlen geben einzelne Anbieterwerte wieder. Sie reichen nicht aus, um die Zahl zahlender Menschen weltweit zu bestimmen:
OpenAI meldete im Februar 2026 mehr als 50 Millionen Consumer-Abonnenten und mehr als 9 Millionen zahlende Business-Nutzer. Anthropic, Google und Perplexity haben in den geprüften offiziellen Quellen keine vergleichbaren Abonnentenzahlen veröffentlicht.
Zur Einordnung hilft ein Vergleich mit dem bekanntesten Abo-Dienst:
Netflix meldete für das vierte Quartal 2025 mehr als 325 Millionen zahlende Mitgliedschaften. Das sind mehr als sechsmal so viele wie die Consumer-Abonnenten von OpenAI.
Was die Abos kosten und welcher Tarif sich lohnt, habe ich in den ChatGPT-Statistiken und Claude-Statistiken aufgeschlüsselt.
1.7 Was zu KI-Coding-Tools belegt ist
Die veröffentlichten Werte beschreiben unterschiedliche Aktivitäts- und Abo-Metriken. Sie ergeben keine Gesamtzahl der Menschen, die Coding-Agenten verwenden:
OpenAI berichtet für Codex mehr als 5 Millionen wöchentlich aktive Nutzer im Juni 2026. Im August nannte OpenAI-Mitarbeiter Tibo Sottiaux zusätzlich 20 Millionen aktive Nutzer, ohne das Zeitfenster zu definieren. Anthropic meldete im Februar, dass wöchentlich aktive Claude-Code-Nutzer seit Jahresbeginn doppelt so viele waren, veröffentlichte aber keine absolute Zahl.
Microsoft meldete im Januar 2026 4,7 Millionen zahlende GitHub-Copilot-Abos.
Wenn du wissen willst, wie diese Tools im Detail dastehen, schau in die Claude-Code-Statistiken und Codex-Statistiken.
1.8 Der blinde Fleck: 2,2 Milliarden Menschen sind offline
Ein Detail geht in KI-Debatten oft unter. Laut ITU waren Ende 2025 noch 2,2 Milliarden Menschen komplett offline, das sind rund 27 % der Weltbevölkerung.
Ohne Internetzugang sind cloudbasierte generative KI-Dienste nicht erreichbar.
Das relativiert auch den Hype-Satz, KI sei die am schnellsten adoptierte Technologie der Geschichte. Die verfügbaren Nutzungswerte beziehen sich überwiegend auf Menschen mit Internetzugang.
1.9 Was bedeutet das für dich?
Ich schaue seit Anfang 2022 fast täglich auf KI-Zahlen. Bei weltweiten Vergleichen achte ich inzwischen besonders darauf, welche Nutzung eine Kennzahl erfasst und ob sie eindeutige Menschen zählt.
In meiner Arbeitswelt nutzt gefühlt jeder KI. Meine Newsletter-Leser nutzen KI, meine Kunden nutzen KI, auf LinkedIn reden alle über Agenten. Die Befragungs- und Anbieterdaten zeigen, dass meine Arbeitswelt nicht automatisch repräsentativ für alle Menschen ist.
Die gute Nachricht:
Falls du dich manchmal fühlst, als wärst du zu spät dran, liegst du vielleicht falsch. Die Daten zeigen eine verbreitete, aber je nach Definition sehr unterschiedlich gemessene KI-Nutzung.
Fakt ist:
DataReportal schätzt für April 2025 bis April 2026 einen Zuwachs von 1,4 Milliarden aktiven GenAI-Nutzern. Wie sich die Nutzung weiterentwickelt, zeigen erst künftige Erhebungen.
Wenn du diesen Vorsprung nutzen willst, findest du in unserem Überblick der besten KI-Tools den passenden Einstieg.
2. Wie groß ist der KI-Markt 2026?
Grand View Research schätzt den globalen KI-Markt für 2025 auf 390,9 Milliarden USD und für 2026 auf 539,5 Milliarden USD. Bis 2033 erwartet das Institut 3.497,3 Milliarden USD, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 30,6 % ab 2026.
Generative KI ist darin ein Teilmarkt. Laut dem im Juni 2026 aktualisierten Marktbericht lag er 2025 bei 22,2 Milliarden USD und 2026 bei geschätzten 29,6 Milliarden USD. Bis 2033 sollen es 324,68 Milliarden USD sein, bei 40,8 % jährlichem Wachstum.
Eine anders abgegrenzte Kennzahl veröffentlichte Gartner am 16. September 2026. Das Institut prognostiziert weltweit 2,67 Billionen USD KI-Ausgaben für 2026, ein Plus von 49,5 % zum Vorjahr. Darin stecken unter anderem Ausgaben für KI-Dienstleistungen, Software und Infrastruktur.
Veröffentlicht sind nur die Werte für 2026 und 2033. Die Jahre dazwischen im Chart sind aus den Wachstumsraten berechnet.
3. Investitionen: Ausgewählte KI-Finanzierungsrunden
Die OECD zählt für 2025 insgesamt 258,7 Milliarden USD Risikokapital für KI-Unternehmen. Das waren 61 % des weltweiten VC von 427,1 Milliarden USD. Die Grafik zeigt ausgewählte Runden aus 2026:
OpenAI bezeichnete die 122 Milliarden USD als zugesagtes Kapital. xAI meldete seine Series E im Januar, vor dem Zusammenschluss mit SpaceX, der laut SEC-Dokument am 2. Februar 2026 wirksam wurde.
Databricks bezifferte am 9. Februar seine damalige Eigenkapitalfinanzierung auf rund 5 Milliarden USD bei 134 Milliarden USD Bewertung. Zusätzlich nannte das Unternehmen rund 2 Milliarden USD Fremdfinanzierungskapazität. Am 13. August schloss es eine weitere strategische Runde bei 190 Milliarden USD Bewertung ab. Cognition meldete am 8. September eine Series E über mehr als 2 Milliarden USD.
Am 29. September berichteten Bloomberg und Reuters, OpenAI spreche über eine weitere Runde von mindestens 30 Milliarden USD bei rund 1,4 Billionen USD Bewertung. Laut einem Bericht vom 7. Oktober liefen diese Gespräche weiterhin.
4. Die wertvollsten KI-Unternehmen
Die folgenden Balken zeigen ausgewählte, zuletzt öffentlich genannte Bewertungsmarken privater KI-Unternehmen:
Anthropic nannte seine Post-Money-Bewertung am 28. Mai 2026, OpenAI am 31. März. Cognition nannte zu seiner Series E am 8. September eine Bewertung von 48 Milliarden USD. TechCrunch berichtete am 11. Juni für Prometheus eine Bewertung von 41 Milliarden USD.
Anthropic hat am 26. Oktober 2026 seinen Börsenprospekt öffentlich eingereicht (Form S-1 bei der SEC). Er nennt für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden USD, nach rund 1,2 Milliarden USD im ersten Halbjahr 2025. Die Aktien sollen an der Nasdaq unter dem Kürzel „ANT“ gehandelt werden. Einen Preisrahmen nennt das Dokument noch nicht.
So hat sich Anthropics Bewertung nach den eigenen Mitteilungen des Unternehmens entwickelt:
Im September meldete Bpifrance für Mistral eine Runde über 3 Milliarden Euro bei mehr als 21 Milliarden Euro Post-Money-Bewertung. xAI ist seit dem Zusammenschluss mit SpaceX am 2. Februar keine eigenständige private Gesellschaft mehr.
Weitere Unternehmensdaten findest du in unseren Statistiken zu OpenAI, Anthropic und xAI.
5. KI-Adoption in Unternehmen
McKinsey, Eurostat und das US Census Bureau messen den KI-Einsatz in Unternehmen jeweils anders.
5.1 Organisationen mit KI-Einsatz seit 2022
McKinseys wiederholte Befragungen zeigen den Anteil der Befragten, deren Organisationen KI in mindestens einer Geschäftsfunktion einsetzen; 2025 fragte McKinsey nach regelmäßiger Nutzung:
Die 2025er McKinsey-Befragung lief vom 25. Juni bis 29. Juli 2025 und umfasste 1.993 Befragte in 105 Ländern. Als „High Performer“ zählen Befragte, die mindestens 5 % EBIT-Wirkung auf KI zurückführen und zugleich einen signifikanten Wertbeitrag angeben.
Eine andere Messgröße liefert der Stanford AI Index 2026. Danach setzten 2025 rund 70 % der Organisationen generative KI in mindestens einer Funktion ein.
5.2 Skalierung und High Performer 2025 und 2026
Die neueste McKinsey-Erhebung lief vom 4. Mai bis 8. Juni 2026 und umfasste 1.719 Befragte in 97 Ländern. Fast neun von zehn berichteten regelmäßige KI-Nutzung in mindestens einer Geschäftsfunktion. Die Grafik stellt Skalierung, Nutzung in mindestens drei Funktionen und den High-Performer-Anteil für 2025 und 2026 gegenüber:
Die EBIT-Wirkung blieb nahezu unverändert. 2026 berichten 37 % der Befragten irgendeine EBIT-Wirkung durch KI.
5.3 Unternehmen mit KI in der EU und Deutschland
McKinsey befragt Organisationen weltweit, die amtliche Statistik zählt dagegen Unternehmen. Eurostat erfasst, wie viele Unternehmen ab 10 Beschäftigten (ohne Finanzsektor) mindestens eine von acht KI-Technologien einsetzen:
2025 setzte in der EU etwa jedes fünfte Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI ein, in Deutschland etwa jedes vierte. Seit 2023 hat sich der EU-Wert mehr als verdoppelt.
5.4 KI-Einsatz nach Branchen in den USA
Nach Branchen zeigt sich ein klares Gefälle. In den USA misst das Census Bureau regelmäßig, welche Unternehmen KI in irgendeiner Geschäftsfunktion einsetzen. Informations- und Finanzbranche liegen vorn, Gastgewerbe und Landwirtschaft hinten:
Die Werte beziehen sich auf US-Unternehmen aller Größen.
Wie viele Menschen KI insgesamt nutzen, steht in Abschnitt 1.
6. Wofür Menschen KI nutzen
Eine NBER-Arbeit, die OpenAI in einer begleitenden Mitteilung vorstellte, untersucht eine Stichprobe von rund 1,1 Millionen ChatGPT-Konversationen vom 15. Mai 2024 bis 26. Juni 2025. Die Grafik zeigt Anteile klassifizierter Nachrichten aus dieser Stichprobe:
Praktische Ratschläge, Informationssuche und Schreiben ergeben zusammen 77,1 % der klassifizierten Nachrichten. Programmierung macht 4,2 % aller Nachrichten aus und ist in der Studie ein Unterthema von „Technische Hilfe“.
6.1 OpenAI Signals v2: separater Messpunkt für Juni 2026
Eine andere, aktuellere Messung veröffentlicht OpenAI in Signals v2. Die Anteile beziehen sich auf klassifizierte Verbraucher-Nachrichten im Juni 2026. Die monatliche Stichprobe umfasst 300.000 Nachrichten aus individuellen ChatGPT-Konten.
OpenAI weist als separate Dimension aus, dass 30,4 % der Nachrichten arbeitsbezogen und 69,6 % nicht arbeitsbezogen waren.
6.2 KI in Studium und Hochschule
Die britische HEPI-Befragung wiederholt dieselben Fragen an Vollzeit-Bachelorstudierende. Die Nutzung ist von zwei Dritteln auf fast alle gestiegen. Auch der Anteil, der KI-Text direkt in benotete Arbeiten übernimmt, hat sich vervierfacht, bleibt aber klein.
7. KI am Arbeitsplatz
Die Werte stammen aus unterschiedlichen Befragungen und Gruppen:
Gallup befragte US-Beschäftigte zur Häufigkeit der KI-Nutzung. Der Work AI Index von Glean befragte 6.000 Vollzeitkräfte, die überwiegend am Computer arbeiten, in den USA, Großbritannien und Australien. Pew befragte online 1.458 US-Teenager zwischen 13 und 17 Jahren und ihre Eltern. Weitere Daten zu Sprachmodellen findest du in unseren LLM-Statistiken.
Wie viele Jobs KI betrifft, messen Studien auf verschiedene Weise. Die Grafik trennt zwei Studien: Der IWF schätzte im Januar 2024 den Anteil der Jobs mit KI-Exposition, die ILO im Mai 2025 den Anteil der Beschäftigten in Berufen mit Exposition gegenüber generativer KI:
Exposition heißt, dass KI Aufgaben in diesen Jobs übernehmen oder unterstützen kann. Der IWF schreibt, dass in Industrieländern etwa die Hälfte der exponierten Jobs von KI profitieren könnte. Die andere Hälfte müsse mit geringerer Nachfrage, niedrigeren Löhnen oder dem Wegfall rechnen.
Die ILO hält die Veränderung von Jobs für die wahrscheinlichste Folge. Das Weltwirtschaftsforum erwartet bis 2030 weltweit 170 Millionen neue und 92 Millionen wegfallende Jobs, ausgelöst durch mehrere Trends, nicht nur durch KI. Mehr dazu, auch zu einzelnen Berufen, steht in den KI-Arbeitsmarkt-Statistiken.
8. Rechenzentren: Strombedarf und Prognose
Die Internationale Energieagentur veröffentlicht eine Prognose für den Stromverbrauch aller Rechenzentren.
Im aktualisierten Mittelszenario der IEA steigt der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von 485 TWh 2025 auf 950 TWh 2030. Das wären rund 3 % des globalen Strombedarfs 2030. Der Stromverbrauch KI-fokussierter Rechenzentren soll sich in diesem Zeitraum verdreifachen.
Wie schnell der Stromverbrauch wächst, zeigt die Reihe der IEA-Werte:
Wie viel Strom und Wasser eine einzelne Anfrage verbraucht, steht in den KI-Energieverbrauch-Statistiken.
9. USA gegen China gegen Europa
Der Stanford AI Index vergleicht die Länder bei KI-Modellen und bei privaten KI-Investitionen.
9.1 Nennenswerte KI-Modelle nach Ländern
Der Stanford AI Index zählt für 2025 59 nennenswerte KI-Modelle mit US-Affiliation, 35 mit chinesischer und 8 mit südkoreanischer Affiliation. Weitere ausgewählte Länder hatten jeweils einen Eintrag:
Modelle mit Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern zählen dabei mehrfach.
Im März 2026 lagen laut Stanford vier Unternehmen im von Menschen bewerteten Arena-Elo-Ranking innerhalb von 25 Punkten.
9.2 Private KI-Investitionen nach Region
Bei privaten KI-Investitionen ist der US-Anteil hoch, doch auch Europa und weitere Regionen gehören zur Summe:
Der übrige Betrag beträgt 25,45 Milliarden USD. Die US-Summe war damit etwa 23-mal so hoch wie die chinesische, wobei staatliche Lenkungsfonds in China laut Stanford nicht vollständig erfasst sein müssen.
10. Welcher KI-Chatbot dominiert?
Eine am 7. September 2026 veröffentlichte Auswertung von Similarweb-Webtraffic nannte folgende Anteile für die erfassten Chatbot-Websites:
The Decoder zufolge stieg Claudes Anteil im Jahresvergleich von 1,9 % auf 9,3 %, also auf knapp das 4,9-Fache. Similarweb schätzte ChatGPTs Website im Mai 2026 auf rund 5,6 Milliarden monatliche Besuche.
Ein neuerer Comscore-Bericht vom 22. September verglich den Anteil am erfassten KI-Prompt-Volumen zwischen Januar und Juni 2026. ChatGPT fiel von 70 % auf 50 %, Gemini stieg von 17 % auf 30 % und Claude von 2 % auf 11 %. Mehr dazu in unserem Vergleich der besten KI-Chatbots.
11. Wie Menschen KI wahrnehmen
Ausgewählte Umfrageergebnisse zur Stimmung gegenüber KI, jeweils mit Stichprobe und Erhebungszeitraum:
Pew ermittelte im Frühjahr 2025 in 25 Ländern im Median 34 % der Erwachsenen, die eher besorgt als begeistert waren. 42 % hatten gleichermaßen gemischte Gefühle, 16 % waren eher begeistert. In keinem der untersuchten Länder sagten mehr als 30 %, sie seien eher begeistert.
Der Stanford AI Index berichtet für 2025 zugleich, dass 59 % der Befragten mehr Vorteile als Nachteile bei KI-Produkten sehen und 52 % dadurch nervös werden.
Beim Vertrauen in die KI-Regulierung zeigt eine Pew-Auswertung von 12 Ländern aus dem Jahr 2026 folgende Mediane:
Eine Pew-Erhebung von 2025 in 25 Ländern hatte für EU, USA und China 53 %, 37 % und 27 % ergeben.
Bei der US-amerikanischen Gen Z sank der Anteil der 14- bis 29-Jährigen, die sich durch KI begeistert fühlen, von 36 % 2025 auf 22 % 2026. Einen Sorgenfaktor, KI-gefälschte Inhalte, beleuchte ich separat in meinen Deepfake-Statistiken.
Wie oft Chatbots beim Zusammenfassen Inhalte erfinden, zeigt die Halluzinationsrate je Modell in den LLM-Statistiken.
12. Prognose: Wohin geht der KI-Markt?
Ältere Studien modellierten ein großes wirtschaftliches Potenzial. PwC schätzte 2017, dass KI 2030 zusätzliche 15,7 Billionen USD zur Weltwirtschaft beitragen könnte, ausgedrückt in Preisen von 2016. McKinsey schätzte 2018 einen zusätzlichen globalen Output von 13 Billionen USD bis 2030. Eine McKinsey-Analyse aus 2023 bezifferte das jährliche Potenzial generativer KI über 63 Anwendungsfälle auf 2,6 bis 4,4 Billionen USD.
13. Fazit
Die verfügbaren Daten zeigen hohe gemeldete Nutzung, große private Investitionen und weit auseinanderliegende Unternehmensbewertungen.
Für technische Kennzahlen findest du mehr in unseren LLM-Statistiken, für Werkzeuge in unserer Übersicht der besten KI-Tools.






