Mit Parametern verschiebst du nicht einfach einen Regler. Du gibst Midjourney konkrete Vorgaben für Format, Variantenbreite, Stilisierung, Referenzen oder den Zufallsstart. Das ist der Unterschied zwischen einem einzelnen gelungenen Bild und einem Workflow, den du nachvollziehen kannst.
Die aktuelle Standardversion von Midjourney ist V8.2. Ältere Anleitungen mischen oft Befehle aus V5, V6 oder V7 hinein. Das führt zu Fehlermeldungen oder Ergebnissen, die nicht zu den Beispielen passen. Deshalb trennt diese Übersicht aktuelle V8.2-Workflows sauber von versionsgebundenen Parametern.
- V8.2 ist die aktuelle Midjourney-Standardversion. Prüfe bei jedem älteren Prompt, für welche Version er geschrieben wurde.
- Für die meisten Bildprompts reichen --ar, --c, --raw, --s, --seed, --no und bei Bedarf --sref mit --sw.
- Nicht jede Kombination ist gültig. --q gehört zu V6 und V7, --oref zu V7. Draft Mode funktioniert in V8.1 und V8.2 nur auf midjourney.com.
Die aktuelle Parameterübersicht
Midjourney führt eine vollständige Parameterliste. Die Tabelle zeigt die Befehle, die für die tägliche Arbeit mit V8.2 besonders relevant sind, und ordnet die Ausnahmen ein.
| Parameter | Aufgabe | Einordnung |
|---|---|---|
| --ar oder --aspect | Seitenverhältnis | V8.2, Standard 1:1 |
| --c oder --chaos | Mehr Variantenbreite | V8.2, 0-100, Standard 0 |
| --raw | Automatische Standardästhetik reduzieren | V5.1 und neuer, kein anderes Modell |
| --s oder --stylize | Kreative Interpretation steuern | V8.2, 0-1000, Standard 100 |
| --seed | Vergleichbaren Zufallsstart setzen | V8.2, für Tests, nicht als Stil-Speicher |
| --no | Elemente ausschließen | V8.2, mehrere Begriffe mit Kommas möglich |
| --sref und --sw | Stilreferenz und deren Einfluss | Style Reference ab V6, --sw 0-1000 |
| --iw | Einfluss eines Bildprompts | Unterstützt, Wertbereich ist modellabhängig |
| --tile | Nahtloses Wiederholungsmuster | V8.2, Kanten nach dem Upscale prüfen |
| --edit | Bild mit Text und Referenzen bearbeiten | V8 Edit Model |
| --sd oder --hd | Standard- oder HD-Ausgabe | V8.1 und V8.2, HD mit 2048 px |
| --p oder --profile | Personalisierungsprofil oder Moodboard | Verfügbarkeit und Profiltyp beachten |
1. Zuerst die Modellversion festlegen
Mit --v wählst du eine Modellversion. Ohne explizite Angabe verwendet Midjourney V8.2. V8.2 ersetzte Omni Reference, Character Reference und Retexture durch das Edit Model. V7 war vom 17. Juni 2025 bis zum 9. Juni 2026 die Standardversion und bleibt relevant, wenn du einen dort entstandenen Prompt bewusst nachvollziehen möchtest.
Die Versionsübersichtist deshalb immer die erste Anlaufstelle, wenn Midjourney einen Parameter ablehnt. Sie dokumentiert auch die Funktionstabelle für V6, V7 und V8.1/V8.2.
| Parameter oder Funktion | Gültigkeit | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| --q | V6 und V7, nicht V8.1/V8.2 | Die historischen Quality-Beispiele unten sind kein V8.2-Rezept. |
| --draft | V7 sowie V8.1 und V8.2 auf midjourney.com | Die Workflows unterscheiden sich je nach Version. |
| --oref | V7 | In V8 stattdessen mit dem Edit Model arbeiten. |
| --turbo | V6 und V7, nicht V8.1/V8.2 | Nicht für einen V8.2-Prompt planen. |
| --niji 7 | Niji-Modellreihe | Eigenständige Anime- und Illustrationsausrichtung. |
| Multi-Prompting | V6 | Doppelte Doppelpunkte aus älteren Prompts sind kein V8-Feature. |
2. Seitenverhältnis mit --ar
--ar oder --aspect definiert das Verhältnis von Breite zu Höhe, nicht die endgültliche Pixelgröße. V8.2 startet ohne Angabe bei 1:1. Gängige Formate sind--ar 2:3 für ein Hochformat, --ar 4:3 für eine moderate Fläche,--ar 16:9 für Breitbild und --ar 9:16 für vertikale Inhalte.
Verwende nur ganze Zahlen. --ar 139:100 funktioniert, --ar 1.39:1nicht. Die Dokumentation nennt für V8.2 maximal 14:1, bei HD-Bildern maximal 4:1. Sehr breite oder hohe Formate bleiben experimentell, und Upscaler können die endgültigen Maße leicht verändern.
3. Vielfalt mit --chaos
--chaos oder kurz --c legt fest, wie stark sich die vier Bilder eines Jobs voneinander unterscheiden. Der Wertebereich reicht von 0 bis 100, der Standard ist 0. Höhere Werte erzeugen mutigere Varianten, können aber weiter vom Textprompt wegführen.
Für eine strukturierte Suche startest du mit einem niedrigen Wert. Wenn du bei einer Idee noch keine Bildsprache festgelegt hast, erhöhe ihn schrittweise. Ein hoher Chaos-Wert ist kein Qualitätsregler, sondern erzeugt mehr unterschiedliche Kompositionen.
4. Ästhetik präzisieren: --raw und --stylize
--raw reduziert die automatische Standardästhetik von Midjourney. Bei einfachen Prompts entstehen dadurch oft sachlichere oder fotonähere Bilder. Bei detaillierten Prompts gibt dir Raw mehr Einfluss auf die gewünschte Bildsprache. Raw ist mit Version 5.1 und neuer kompatibel. Es wählt ausdrücklich kein separates Midjourney-Modell aus.
--stylize oder --s regelt dagegen, wie viel kreative Freiheit Midjourney beim Interpretieren bekommt. Aktuelle Versionen erlauben Werte von 0 bis 1000, der Standard ist 100. Ein niedriger Wert folgt den benannten Details tendenziell direkter, ein hoher Wert gibt der eigenen Ästhetik des Modells mehr Raum.
editorial portrait of a ceramicist in a sunlit studio, natural texture --ar 2:3 --raw --s 75 --c 15 --seed 12345Verwende den Prompt als Testaufbau, nicht als Stilgarantie. Ändere pro Durchlauf nur einen Faktor, etwa zuerst --s und danach --c. So erkennst du, welche Veränderung tatsächlich vom jeweiligen Parameter stammt.
5. Ausschließen, testen und wiederholen
--no
Mit --no schließt du Elemente aus. Eine Liste trennst du mit Kommas, zum Beispiel still life gouache painting --no fruit, apple, pear. Formuliere gewünschte Inhalte möglichst positiv. Bei zusammengesetzten Verneinungen kann die Moderation einzelne Wörter separat lesen.
--seed
Ein Seed ist der Zufallsstart der Generierung. Mit --seed setzt du eine ganze Zahl von 0 bis 4.294.967.295. Das macht ihn nützlich, wenn du zwei Promptformulierungen gegeneinander testen willst. In V8.X sind Seeds laut Midjourney zu 99 % identisch, dennoch verändern Modellversion, Prompt, Parameter und Sitzung die Ergebnisse.
Ein Seed speichert keine Figur, keinen Stil und keine visuelle Identität. Für Stilkontinuität sind Style References oder ein Personalisierungsprofil geeigneter. Bei Turbo solltest du Seeds nicht für zuverlässige Vergleiche einsetzen.
--repeat
--repeat oder --r startet denselben Prompt mehrfach. Der erlaubte Bereich hängt vom Abo ab. Repeat arbeitet nur in Fast oder Turbo, nicht in Relax, und jeder Durchlauf verbraucht GPU-Zeit wie ein einzelner Job. Der Befehl wird aus dem fertigen Prompt entfernt. Für ein erneutes Ausführen musst du ihn wieder ergänzen.
6. Bildreferenzen richtig einsetzen
Image Prompt und --iw
Ein Image Prompt liefert Midjourney visuelle Anhaltspunkte für Inhalt, Form, Farbe oder Komposition. Er kopiert das Referenzbild nicht exakt. Mit --iw steuerst du, wie stark die Bildreferenz gegenüber dem Textprompt wirkt. Der unterstützte Wertebereich ist modellabhängig. Kontrolliere ihn deshalb in der aktuellen Dokumentation der gewählten Version, statt eine Zahl aus einem V6- oder V7-Tutorial zu übernehmen.
Style Reference mit --sref und --sw
Eine Style Reference überträgt die Bildsprache, etwa Farben, Texturen, Licht oder Medium, aber nicht die abgebildeten Objekte oder Personen. Sie funktioniert ab V6. In Discord folgt auf --sref eine öffentlich erreichbare Bild-URL. Mit --swsteuerst du den Einfluss von 0 bis 1000, Standard ist 100. --sw ist nicht mit Moodboards kompatibel.
Personalisierung und Edit Model
--p oder --profile aktiviert ein Personalisierungsprofil oder Moodboard. Die Profilarten unterscheiden sich nach Version. Ein Global-V7-Profil kann mit V8.1 und V8.2 genutzt werden, V8-Profile dagegen nicht mit V7. Für das gezielte Ändern eines Bildes nutzt V8 das Edit Model mit --edit und bis zu vier Referenzbildern.
7. Tile, Weird und die V8-Auflösung
--tile
--tile erzeugt ein nahtlos wiederholbares Muster. Öffne das Ergebnis vor dem Einsatz in einem Design und prüfe die Kanten in einer gekachelten Vorschau. Ein Upscale kann die nahtlose Wirkung beeinträchtigen.
--weird
--weird oder --w fügt ungewöhnliche, experimentelle Bildideen hinzu. Der Bereich reicht von 0 bis 3000. Der Parameter eignet sich für bewusst schräge Konzepte, nicht für reproduzierbare Produktionen. Seine Wirkung lässt sich nicht in jedem Modell und mit jedem Seed gleich vorhersagen.
--sd und --hd
V8.1 und V8.2 bieten mit --sd eine Standardausgabe von 1024 Pixeln und mit--hd eine HD-Ausgabe von 2048 Pixeln. HD erzeugt die höhere Auflösung direkt, kostet aber mehr GPU-Zeit. Werkzeuge wie Pan, Zoom Out oder lokale Bearbeitung können ein HD-Ergebnis wieder auf SD herunterskalieren.
8. Parameter für V7 und ältere Prompts
Diese Befehle sind nicht verschwunden, aber sie sind versiongebunden. Du brauchst sie nur, wenn du bewusst in der passenden Modellgeneration arbeitest oder einen alten Workflow nachvollziehst.
Die offizielle Draft-Dokumentation trennt zwei Abläufe. In V7 erzeugt ein Draft-Prompt vier Bilder zu halben GPU-Kosten. In V8.1 und V8.2 funktioniert Draft Mode nur auf midjourney.com. Dort erstellt ein Prompt 24 Bilder mit 512 x 512 Pixeln bei 0,4 Minuten GPU-Zeit.
| Parameter | Richtige Einordnung |
|---|---|
| --q oder --quality | In V7 steuert Quality die GPU-Zeit des ersten Vierer-Sets. Gültig sind 1, 2 und 4. V8.1/V8.2 unterstützen den Parameter nicht. |
| --draft | In V7 sowie auf midjourney.com in V8.1 und V8.2 verfügbar. Die Abläufe unterscheiden sich. |
| --oref | Omni Reference gehört zu V7. V8 ersetzt sie durch das Edit Model. |
| --stop | Ein historischer Parameter. Prüfe die Legacy-Dokumentation, statt ihn in V8.2 zu übernehmen. |
| --style raw | Historische Syntax. In aktuellen Prompts verwendest du --raw. Raw ist kein Modellwechsel. |
| --turbo | Laut Versionsübersicht in V6 und V7 verfügbar, nicht in V8.1/V8.2. |
9. Weitere Modi und Video-Parameter
Die Parameterliste enthält außerdem --fast, --relax,--stealth, --public sowie --niji für die Niji- Modellreihe. Fast und Relax steuern den GPU-Modus, Stealth und Public die Sichtbarkeit auf der Midjourney-Website. Verfügbarkeit und Kosten sind an Abo und Modus gebunden.
Für Video-Jobs führt Midjourney getrennte Befehle wie --motion low,--motion high, --loop, --end, --bsund --video. Diese gehören in einen Video-Workflow. Kombiniere sie nicht blind mit einem Bildprompt, sondern orientiere dich an der jeweiligen Video-Anleitung.
10. Historische Bildbeispiele
Die folgenden 32 Bilder zeigen Parameter-Effekte in älteren Midjourney-Versionen. Sie sind keine V8.2-Vergleichsbilder. Midjourney entwickelt Modell, Standardästhetik, unterstützte Parameter und Upscaler weiter. Einen identischen Bildlook solltest du deshalb weder mit gleichem Prompt noch mit gleichem Seed erwarten.
































11. Die sicherste Reihenfolge beim Prompting
Formuliere zuerst Motiv, Handlung, Perspektive und Licht. Danach setzt du das Seitenverhältnis. Erst dann ergänzt du einen Parameter für Bildsprache, Variantenbreite oder Referenzen. Ein Seed kommt nur dazu, wenn du etwas vergleichst. Damit bleibt klar, welcher Baustein das Ergebnis verändert.
Wenn du weitere Werkzeuge vergleichen möchtest, findest du in unserer Übersicht der KI-Bildgeneratoren passende Alternativen und Einsatzbereiche.
12. Offizielle Quellen
Für aktive Parameter und Modellgrenzen gilt immer die Dokumentation von Midjourney. Die wichtigsten Einstiege sind die Parameterliste, die Versionsübersicht, die Aspect-Ratio-Anleitung, die Anleitung zu Image Prompts und die Style-Reference-Dokumentation.





