Wann geht OpenAI an die Börse?
2026 jedenfalls nicht mehr. Zwar hat OpenAI am 8. Juni 2026 vertraulich einen S-1 bei der SEC eingereicht. Im September hat CEO Sam Altman einen Börsengang noch in diesem Jahr aber ausgeschlossen. CFO Sarah Friar visiert 2027 an.
Die OpenAI-Aktie kannst du also noch nicht kaufen, und eine eigene ChatGPT-Aktie gibt es ohnehin nicht.
Spannend bleibt die Bewertung. Zuletzt lag sie bei 852 Mrd. $, für die nächste Finanzierungsrunde strebt OpenAI laut Bloomberg rund 1,4 Bio. $ an.
Hier findest du alles zu Bewertung, Aktie und Börsengang beim OpenAI IPO 2026. Dazu zeige ich dir, wie du dich vorbereiten oder schon vorher indirekt investieren kannst. Zuerst die Kurzfassung:
- OpenAI hat am 8. Juni 2026 vertraulich einen S-1 bei der SEC eingereicht. CEO Sam Altman hat einen Börsengang noch 2026 aber ausgeschlossen, CFO Sarah Friar visiert 2027 an
- Die letzte Bewertung liegt bei 852 Mrd. $ (März 2026). Für eine neue Finanzierungsrunde strebt OpenAI laut Bloomberg mindestens 30 Mrd. $ bei rund 1,4 Bio. $ Bewertung vor dem neuen Geld an
- Der annualisierte Umsatz lag im März 2026 bei rund 24 Mrd. $, im August 2026 meldete Bloomberg über 40 Mrd. $ und Ende September nannte OpenAI Investoren laut Financial Times knapp 50 Mrd. $, das schnellste Umsatzwachstum der Tech-Geschichte
- Die Struktur als Public Benefit Corporation unter einer gemeinnützigen Mutter macht den Börsengang komplizierter als bei einem normalen Unternehmen
1. OpenAI-IPO auf einen Blick
Die wichtigsten Eckdaten zum geplanten Börsengang:
Der entscheidende Unterschied zu einem normalen IPO liegt in der Struktur. OpenAI ist heute als Public Benefit Corporation organisiert, die von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert wird. Diese Konstruktion macht den Börsengang juristisch deutlich komplexer, als wenn ein klassisches Unternehmen an die Börse geht. Genau darum geht es weiter unten im Detail.
2. Der Weg an die Börse
OpenAI wurde 2015 als gemeinnützige Organisation gegründet, mit dem Ziel, künstliche Intelligenz der gesamten Menschheit zugutekommen zu lassen. Aus diesem Non-Profit ist in zehn Jahren eines der wertvollsten privaten Tech-Unternehmen der Welt geworden. Die folgende Timeline zeigt die wichtigsten Stationen bis zum S-1:
Der eigentliche Beschleuniger war die Finanzierungsrunde im März 2026. Mit 122 Mrd. $ frischem Kapital und einer Bewertung von 852 Mrd. $ war klar, dass der nächste logische Schritt der Gang an die Börse ist. Keine zehn Wochen später folgte der vertrauliche S-1 am 8. Juni 2026.
3. Bewertung: 852 Mrd. $ und der Weg dorthin
Nur wenige private Technologieunternehmen haben je eine ähnliche Bewertungsentwicklung hingelegt. Von 1 Mrd. $ im Jahr 2019 auf 852 Mrd. $ im März 2026. Die folgende Grafik zeigt den Anstieg über die einzelnen Finanzierungsrunden:
Die Sprünge sind enorm, von 14 Mrd. $ im Jahr 2021 auf 500 Mrd. $ im Oktober 2025. Die März-2026-Runde wurde mit einem Pre-Money von 730 Mrd. $ angekündigt und mit 852 Mrd. $ Post-Money finalisiert. Gemessen am annualisierten Umsatz von rund 24 Mrd. $ entspricht das einem Vielfachen, das viel künftiges Wachstum vorwegnimmt.
Seit September 2026 verhandelt OpenAI laut Bloomberg über eine weitere Runde von mindestens 30 Mrd. $ bei einer Bewertung von rund 1,4 Bio. $ vor dem neuen Geld, zuvor war von rund 1,2 Bio. $ die Rede. Eine Entscheidung steht noch aus.
Mehr Zahlen findest du in meinem Artikel zu den OpenAI-Statistiken.
4. Finanzierung & Investoren
Insgesamt hat OpenAI rund 190 Mrd. $ an Finanzierung eingesammelt. Die größten Geldgeber sind SoftBank, Amazon, Nvidia und Microsoft. Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Investoren nach Volumen. Das Label nennt, ob das Geld bereits investiert oder erst zugesagt ist:
SoftBank ist mit 64,6 Mrd. $ kumuliert investiert (Stand 1. Oktober 2026) der größte Geldgeber. In der März-2026-Runde haben Amazon 50 Mrd. $ und Nvidia 30 Mrd. $ zugesagt, Microsoft ist mit 13 Mrd. $ seit 2019 an Bord.
Mit 122 Mrd. $ ist diese Runde die größte einzelne Finanzierungsrunde in der Geschichte privater Unternehmen. Auffällig ist, wie eng OpenAI inzwischen mit seinen Compute-Partnern verflochten ist. Nvidia liefert die Chips, Amazon und Microsoft die Cloud-Infrastruktur.
5. Umsatz & Geschäftsmodell
OpenAI verdient sein Geld mit drei Säulen. Da sind die ChatGPT-Abos für Endkunden, die API für Entwickler und die Enterprise-Verträge mit Unternehmen. Der annualisierte Umsatz ist in der Tech-Geschichte ohne Vergleich gewachsen, von rund 0,3 Mrd. $ Ende 2022 auf rund 24 Mrd. $ Laufrate im März 2026:
Die Kurve spricht für sich. Von unter 1 Mrd. $ Ende 2022 auf rund 24 Mrd. $ annualisiert im März 2026. Seither ist das Tempo weiter gestiegen. Laut Bloomberg lag die Rate im August 2026 schon bei über 40 Mrd. $, mehr als eine Verdopplung gegenüber Ende 2025.
Ende September nannte OpenAI Investoren laut Financial Times (über TechCrunch) knapp 50 Mrd. $. Zuvor kursierende Zahlen um 70 Mrd. $ entstanden, weil Investoren OpenAI mit Anthropic verglichen. Anthropic zählt Verkäufe über Cloud-Partner mit, OpenAI nicht.
Für Anleger ist ein Detail entscheidend. Es gibt keine separate ChatGPT-Aktie. Wer auf das Wachstum von ChatGPT setzen will, bekommt das Engagement nach dem Börsengang ausschließlich über die OpenAI-Aktie.
Und trotz des Wachstums ist OpenAI noch nicht dauerhaft profitabel, die Infrastruktur- und Personalkosten sind enorm.
6. Die Zahlen hinter dem IPO: 38,5 Mrd. $ Verlust
Am 16. Juni 2026 wurden OpenAIs geprüfte 2025-Zahlen öffentlich. Bei 13,07 Mrd. $ Umsatz stand ein operativer Verlust von 20,9 Mrd. $. Der ausgewiesene Nettoverlust von 38,5 Mrd. $ ist allerdings durch einen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Umwandlungseffekt von 41,5 Mrd. $ aus der For-Profit-Umstrukturierung aufgebläht.
Die Grafik stellt Umsatz, operativen Verlust und Nettoverlust der Jahre 2024 und 2025 nebeneinander. Der Umsatz wuchs stärker als der operative Verlust, der Nettoverlust springt wegen des Umwandlungseffekts.
Bereinigt um Sondereffekte lag der eigentliche Cash-Verlust bei rund 8 Mrd. $. Größter Kostenblock war Forschung und Entwicklung mit 19,18 Mrd. $. Für Anleger heißt das vor allem eines. Der riesige Nettoverlust ist zu einem großen Teil ein Buchungseffekt, das operative Loch ist real, aber deutlich kleiner.
7. Die 1,4-Billionen-$-Compute-Deals
OpenAI hat Compute-Verträge über rund 1,4 Bio. $ geschlossen. Allein mit Broadcom, Oracle und Microsoft sind es laut Medienberichten jeweils 250 bis 350 Mrd. $, dazu kommen Amazon AWS, Nvidia, AMD und CoreWeave. Die genaue Aufteilung nach Partner zeigt die Grafik direkt darunter.
Das übersteigt den heutigen Umsatz um mehr als das Fünfzigfache und ist der eigentliche Grund für den Kapitalhunger und den geplanten Börsengang.
8. Wem gehört OpenAI?
Nach der Umwandlung in eine Public Benefit Corporation im Oktober 2025 hält Microsoft einen Anteil im Wert von rund 135 Mrd. $, den Rest teilen sich Mitarbeiter, Investoren und die gemeinnützige OpenAI Foundation. Die genaue prozentuale Aufteilung zeigt die Grafik direkt darunter.
Microsoft hat seinen Anteil von zuvor 32,5 % auf 27 % verwässert, behält aber die IP-Rechte an den Spitzenmodellen bis 2032. Für künftige Aktionäre ist genau das der entscheidende Punkt. Die gemeinnützige Stiftung bleibt mit gut einem Viertel der größte kontrollierende Block.
9. Wann geht OpenAI an die Börse?
Den ersten formalen Schritt hat OpenAI mit dem vertraulichen S-1 am 8. Juni 2026 gemacht. „Vertraulich“ heißt, dass die Unterlagen zunächst nur der SEC vorliegen, nicht der Öffentlichkeit.
Normalerweise folgt die öffentliche Fassung des S-1 rund 60 bis 90 Tage später, in diesem Fall wäre das etwa Ende Juli oder im August gewesen. Bis Ende September 2026 ist sie aber nicht erschienen, denn OpenAI hat den Prozess inzwischen anders priorisiert.
Ein Börsengang noch in diesem Jahr ist inzwischen vom Tisch. CEO Sam Altman erklärte am 12. September 2026, ein IPO 2026 komme angesichts wachsender Sicherheitsbedenken in der Branche nicht infrage. CFO Sarah Friar hatte intern schon zuvor 2027 als Zielmarke genannt.
Begleitet werden die Pläne weiterhin von Goldman Sachs und Morgan Stanley als führenden Banken, ein fixes Datum für 2027 steht aber noch nicht fest.
Eine Besonderheit könnte den weiteren Zeitplan beeinflussen. OpenAI ist als Public Benefit Corporation organisiert, die formal von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert wird. Diese Struktur ist für einen Börsengang ungewöhnlich und wirft Fragen auf, etwa wie viel Mitsprache neue Aktionäre tatsächlich bekommen und wie die gemeinnützige Mutter die Kontrolle behält. Solche Konstruktionen sind aufwendig und können den Prozess verlängern.
Parallel dazu verhandelt OpenAI seit September 2026 über eine neue private Finanzierungsrunde. Bloomberg berichtet von mindestens 30 Mrd. $ bei einer Zielbewertung von rund 1,4 Bio. $ vor dem neuen Geld, zuvor war von rund 1,2 Bio. $ die Rede. Auch hier ist keine Entscheidung gefallen, die Gespräche laufen parallel zu den IPO-Vorbereitungen.
10. OpenAI-Aktie kaufen: Möglichkeiten vor dem IPO
Vorweg:
Aktuell kannst du die OpenAI-Aktie nicht regulär kaufen. Solange das Unternehmen privat ist, gibt es keine frei handelbare Aktie und auch keine separate ChatGPT-Aktie. Es gibt aber ein paar Wege, sich vorzubereiten oder indirekt Zugang zu bekommen:
Der mit Abstand einfachste und für die meisten sinnvollste Weg ist, schlicht auf den IPO zu warten. Sobald die Aktie gelistet ist, kaufst du sie über jeden Broker, der US-Aktien anbietet.
Eine WKN oder ISIN hat OpenAI für seine Aktien nicht angekündigt. Für eine ISIN ist ein Börsengang nicht zwingend nötig. Von dubiosen Angeboten, die dir heute schon „OpenAI-Aktien“ verkaufen wollen, solltest du die Finger lassen.
Wenn du Girokonto und Depot bei derselben Bank führen möchtest, kannst du dir auch den DKB-Broker ansehen. Die DKB bietet nach eigenen Angaben mehr als 20.000 deutsche und internationale Aktien sowie Zugang zu wichtigen internationalen Börsenplätzen.
Prüfe vor jeder Order, ob die konkrete Aktie im Depot verfügbar ist und welche Kosten am gewünschten Handelsplatz anfallen.
* Affiliate-Link. Bei einem Abschluss erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten.
11. SpaceX, Anthropic und OpenAI: die drei großen IPOs im Vergleich
OpenAI ist nicht der einzige Mega-IPO dieses Jahres. Mit SpaceX und Anthropic stehen zwei weitere der wertvollsten Tech- und KI-Unternehmen vor oder bereits hinter dem Börsengang.
SpaceX wird an der Börse gehandelt. Bei OpenAI stammt die Bewertung laut CNBC und Bloomberg aus der letzten privaten Finanzierungsrunde, bei Anthropic aus der Series-H-Mitteilung. So ordnet sich OpenAI ein:
SpaceX ist mit Abstand der größte der drei und der einzige, der schon gelistet ist. OpenAI und Anthropic lagen bei ihren letzten bestätigten Runden mit 852 Mrd. $ und 965 Mrd. $ dicht beieinander und haben beide Anfang Juni vertraulich ihre IPO-Unterlagen eingereicht.
Mittlerweile verhandeln beide über deutlich höhere Bewertungen für die nächste Phase, Anthropic für den Börsengang selbst, OpenAI für eine weitere private Runde. Die Details zu den anderen beiden findest du in meinen Artikeln zum SpaceX-IPO und zum Anthropic-IPO.
12. Risiken für Anleger
So spannend der OpenAI-IPO ist, ein Selbstläufer wird die Aktie nicht. Diese Punkte solltest du kennen:
- Extreme Bewertung: 852 Mrd. $ bei rund 24 Mrd. $ Umsatz lassen kaum Raum für Enttäuschungen. Viel künftiges Wachstum ist schon eingepreist.
- Hoher Cash-Burn: OpenAI ist trotz Rekordumsätzen noch nicht dauerhaft profitabel. Die Ausgaben für Compute und Personal sind gewaltig.
- Governance und Struktur: Die Public Benefit Corporation unter einer gemeinnützigen Mutter ist für Aktionäre ungewohnt und schränkt das Mitspracherecht ein.
- Starke Konkurrenz: Anthropic hat OpenAI bei der Bewertung überholt, und Google drängt mit Gemini massiv in den Markt.
- Abhängigkeit von Partnern: OpenAI hängt stark an Microsoft, Nvidia und Amazon für Kapital und Rechenleistung. Das ist ein Klumpenrisiko.
- IPO-Timing: Ein Börsengang noch 2026 ist ausgeschlossen, CFO Friar visiert 2027 an. Bis dahin kann sich die Bewertung in beide Richtungen ändern.
Unterm Strich wird der OpenAI-IPO einer der größten Börsengänge der Geschichte, und das Unternehmen steht im Zentrum der KI-Revolution. Die Bewertung setzt aber voraus, dass OpenAI seinen Vorsprung hält und irgendwann profitabel wird. Wer einsteigt, sollte die Risiken kennen und nur Geld investieren, dessen Verlust er verkraften kann. Das ist keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung.
Häufige Fragen zum OpenAI-IPO
OpenAI hat am 8. Juni 2026 bestätigt, einen vertraulichen S-1-Entwurf bei der SEC eingereicht zu haben. Damit bereitet das Unternehmen einen möglichen Börsengang vor. Einen verbindlichen Termin nennt die Ankündigung nicht, und die Einreichung garantiert kein tatsächliches Listing.






