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Search Generative Experience: 11 Gründe, warum SEO trotzdem nicht tot ist

Search Generative Experience (SGE)
Foto des Autors

Finn Hillebrandt

Zuletzt aktualisiert:

Google hat vor kurzem das größte Update seiner Suche seit Jahren vorgestellt:

Die „Search Generative Experience“ (kurz SGE).

Sie ist Googles Antwort auf Microsofts Bing Chat und verbreitet aktuell Angst und Schrecken in der Online-Marketing-Szene:

Viele SEO, Publisher und Website-Betreiber sind verunsichert und befürchten Traffic- und Umsatzverluste.

Aber wird sie wirklich so schlimm?

In diesem Artikel erkläre ich dir ausführlich, was die SGE ist und warum sich SEO trotzdem in Zukunft noch lohnen wird.

Was ist die SGE?

Die Search Generative Experience (SGE) ist ein neues Layout und Konzept der Google-Suche, bei der ein großer farbiger Bereich, von Google „Snapshot“ genannt, unter dem Suchfeld angezeigt wird.

In dem Snapshot gibt Google direkt eine Antwort auf Suchanfragen:

Beispiel für die Search Generative Experience

Die Antwort wird dabei auf Basis von einem oder mehreren Suchergebnissen generiert, die rechts neben der Antwort stehen.

Durch Klick auf das Menü-Icon rechts oben im Snapshot kannst du dir genau anschauen, welcher Teil der Antwort von welcher Quelle kommt:

Beispiel für die Search Generative Experience mit ausgeklappten Quellen

Ähnlich wie Bing bietet auch die SGE einen Vollbild-Chatmodus, den du durch Klick auf den Button „Ask a follow up“ unten links im Snapshot öffnen kannst:

Search Generative Experience Chatmodus

Die Search Generative Experience ist bislang nur auf Englisch und in einer eingeschränkten Beta verfügbar.

Du kannst Zugriff darauf bekommen, wenn du dich in die Warteliste bei Google Labs einträgst. Das ist jedoch aktuell nur für Nutzer aus den USA möglich.

Was bedeutet das für SEO?

Ich habe Googles SGE seit Mai ausführlich getestet und hunderte Suchergebnisse analysiert.

Und ja:

Ich denke, dass Blogs, Online-Magazine und andere Webseiten insgesamt durch die SGE an Traffic verlieren werden und es mehr Suchen ohne Klicks (sogenannte zero-click searches) geben wird.

Denn durch die Snapshots rücken die normalen Suchergebnisse bei vielen Suchanfragen noch weiter nach unten. In manchen Fällen sogar extrem. Beim Keyword „best dog food“ ist das erste normale organische Suchergebnis ca. 1.970 Pixel vom Suchfeld entfernt.

Es ist also bei den meisten Bildschirmen erst nach mehrfachem Scrollen sichtbar (ich musste bei Chrome den Zoom auf 50 % stellen, um den Screenshot machen zu können):

Negativbeispiel für eine Suchanfrage mit SGE

In der aktuellen Google-Suche (also ohne SGE) ist das erste organische Suchergebnis für „best dog food“ nur ca. 700 Pixel vom Suchfeld entfernt.

Suchanfrage ohne SGE

Hier wurden allerdings nur drei Anzeigenblöcke angezeigt und nicht, wie in der SGE vier.

Das ist natürlich nicht bei allen Suchanfragen so extrem. Bei vielen markenbezogenen Keywords wie „facebook“ oder „youtube“ werden Snapshots nur angezeigt, wenn man diese explizit anfordert (durch Klick auf „Generate“):

Das heißt:

Manche Keywords, Branchen und Arten von Websites werden unterschiedlich von der SGE betroffen sein.

Während Online-Shops und lokale Websites (z. B. eine Handwerker-Website) weniger betroffen sein werden und durch die SGE sogar gewinnen könnten, werden redaktionelle Websites mit Testberichten, Produktvergleichen, Anleitungen oder Ratgeber-Content vermutlich zu den Verlierern gehören.

Aber heißt das, dass SEO jetzt „tot“ ist und wir alle unsere Websites löschen und lieber Instagram, TikTok oder YouTube machen sollten?

Nein, natürlich nicht.

Es gibt viele Gründe dafür, dass die SGE nicht so schlimm wird, wie es aktuell scheinen mag und SEO in den nächsten zwei bis drei Jahren sogar so lukrativ sein könnte wie nie zuvor:

1. Generative KI macht SEO viel effizienter

KI-Chatbots wie ChatGPT und Bing Chat oder KI-Bildgeneratoren wie Midjourney oder ArtSmart sparen uns enorm viel Zeit bei SEO, z. B. bei der:

  • Content-Planung
  • Artikelgliederung
  • Recherche
  • Bilderstellung
  • Erstellung von Listen und Tabellen
  • Artikelformatierung
  • beim Schreiben selbst (als ersten Entwurf)
  • Code generieren (z. B. JSON-LD für Schema.org oder RegEx)

In meinem Artikel zu ChatGPT & SEO findest du einige Beispiele, z. B. um RegEx zum Filtern von Keywords in der Google Search Console zu erstellen:

RegEx mit ChatGPT erstellen

Cool, oder?

Bei Gradually AI können wir aktuell durch KI-Tools Blogartikel ca. zweimal schneller produzieren als vorher (mit steiler Tendenz nach oben).

Das heißt, wenn Google uns durch die SGE 20 % Traffic verloren ginge, stünden wir immer noch deutlich besser da als vor dem „KI-Zeitalter“.

Dazu kommt, dass KI-Tools in Zukunft nicht nur bei der Content-Erstellung, sondern auch bei anderen (zum Teil langweiligen) SEO-Aufgaben helfen werden. Denkbar ist zum Beispiel:

  • Keyword-Optimierung auf Knopfdruck
  • Laufende Keyword-Optimierung (Keywords auf Seiten und in Blogartikel werden automatisch mit denen der Google Search Console angeglichen)
  • Automatische Optimierung und Split-Testing von Meta-Beschreibungen und Seitentiteln
  • ​Automatisches Festlegen von Alt-Texten (durch Bilderkennung und Einbindung des umgebenden Textes)​

​​​​2. SEO wäre auch mit Traffic-Verlusten noch sehr lukrativ

SEO ist eine sehr lukrative Methode, um Besucher und Kunden zu gewinnen (wenn man es richtig macht, versteht sich).

Selbst, wenn Google uns durch die SGE 20 %, 30 % oder sogar 40 % Traffic wegnähme, wäre SEO immer noch sehr lukrativ für uns. ?‍♂️

Und das, selbst wenn wir die Traffic-Verluste nicht durch eine höhere Produktivität ausgleichen könnten!

3. Der Traffic der verloren geht, ist nicht der wertvollste

Eine wichtige Frage, die man sich in puncto Traffic-Verluste stellen muss:

„Welche Besucher gehen denn überhaupt dadurch verloren?“

Und der Punkt ist:

Das werden nicht die Besucher sein, die komplexere oder tiefer gehende Fragen haben. Das werden nicht diejenigen sein, die intensive Produkt-Recherche betreiben oder sich in ein Thema einarbeiten wollen. Und größtenteils nicht diejenigen sein, die ein wirkliches Kaufinteresse und am Ende zu Kunden werden.

Es werden vielmehr die Besucher verloren gehen, die „mal schnell etwas nachschauen“ und oberflächlich nach Informationen suchen.

Also vor allem der Traffic für „Know Simple“-Keywords oder generell einfacher zu beantwortende „Know“-Suchanfragen.

Und der wird ohnehin schon von Featured Snippets und anderen SERP Features in der Google-Suche selbst beantwortet:

4. Bis die SGE kommt, wird es noch etwas dauern

Ich denke, dass es noch ein wenig dauern wird, bis die SGE kommt.

Google selbst gibt Dezember 2023 als Ende des Experiments in den Search Labs an. Das heißt, dass die SGE vermutlich erst dann live geht:

Dazu kommt:

Ich vermute, dass die Search Generative Experience, zumindest in den ersten Monaten, bei vielen Suchbegriffen noch nicht oder nur bei Bedarf angezeigt wird.

Nicht nur, weil die generierte Antworten teilweise noch nicht gut oder sicher genug sind, sondern weil es für Google wahrscheinlich mit hohen Kosten verbunden ist, so viele Antworten per LLM zu generieren.

Bislang gibt es die SGE (genauso wie Google Bard) zudem nur auf Englisch. Es ist davon auszugeben, dass die SGE erst ein halbes Jahr oder sogar ein Jahr später nach Deutschland kommt (wie bei vielen Google-Updates).

Der nächsten beiden Punkte könnten auch eine große Rolle spielen, dass sich die Einführung der SGE verzögert oder sich dessen Form verändern wird:

5. Widerstand gegen die SGE

Die Einführung der SGE könnte holprig werden und sich durch Klagen oder andere Formen von Widerstand seitens Publishern verzögern.

Denn die SGE urheberrechtlich problematisch, da Antworten im Snapshot oft unverändert von Websites übernommen werden.

Das an sich wäre eigentlich nicht so schlimm. Aber bei der SGE kann man (im Gegensazu zu den Featured Snippets) nicht auf den ersten Blick sehen, welche Webseite für welchen Teil der Antwort als Quelle gedient hat, sondern muss den Snapshot durch Klick auf ein Icon rechts aufklappen.

Beispiel für die Search Generative Experience mit ausgeklappten Quellen

Und das ist leider nicht die Standardeinstellung…

Dagegen regt sich aktuell schon Widerstand, z. B. von großen US-Publishern wie Tom’s Hardware oder Barry Diller.

Sobald die SGE kommt und Publisher mit Traffic-Verlusten konfrontiert werden, halte ich auch Proteste wie vor kurzem bei Reddit für denkbar.

6. Google und die Werbeeinnahmen

Die neuen Snapshots könnten sich negativ Googles Werbeeinnahmen auswirken. Denn nicht nur die organischen Suchergebnisse, sondern auch die Ads rücken durch den Snapshot weiter nach unten.

Und das wäre für Google nicht so gut, denn laut Alphabets neusten Quartalszahlen machen Anzeigen in der Google-Suche immer noch 58 % des gesamten Umsatzes aus:

Googles Einnahmen über Search Ads in Q1 2023

Wenn sich der Umsatz durch die SGE nur um 10 % verringert, würde Google entsprechend ca. 16 Milliarden Euro pro Jahr weniger Umsatz machen.

Sollte dies der Fall sein, könnte Google das Aussehen der Google-Suche wieder verändern. Denkbar wäre Folgendes:

  1. Es werden Ads innerhalb des Snapshots angezeigt
  2. Snapshots werden häufiger nach Bedarf ausgespielt (also durch Klick auf den „Generate“-Button
  3. Snapshots werden generell weniger häufig ausgespielt
  4. Snapshots werden verkleinert oder weniger prominent angezeigt

Punkt 2 bis 4 könnten wiederum zu mehr Traffic zu den organischen Suchergebnissen führen.

7. Neue Arten von Suchergebnissen

Es wird zwei neue Arten von Suchergebnissen geben, auf die man wird optimieren können. Zum einen die drei Links rechts im Snapshot.

Hierfür könnte es wichtig werden, ein gutes Titelbild zu haben:

Zum anderen in einem gesonderten Tab, den Google Perspectives nennt. Hier sollen Foren, Community-Beiträge, Videos und Blogartikel zu finden sein.

Gewinner der neuen Pespectives könnten vor allem kleinere Blogs oder Content-Creator sein:

8. Snapshots sind (noch) nicht immer hilfreich

Es kann gut sein, dass viele Google-Nutzer den Antworten in den Snapshots (zumindest anfangs, die SGE wird mit der Zeit besser werden) nicht hilfreich finden und lieber herunterscrollen, um auf die organischen Suchergebnisse zu klicken.

Und das hat diverse Gründe:

  1. Die Generierung der Snapshots dauert manchmal noch zu lange (auch trotz der kürzlichen Updates)
  2. Die KI-generierten Antworten können falsche Zahlen, Daten oder Fakten enthalten.
  3. Die Antworten sind (für meinen Geschmack zumindest) oft zu lang.
  4. Die Antworten enthalten oft Wiederholungen

Punkt 3 und 4 kann man sehr schön am Snapshot für das Keyword „How to train a German shepherd?” sehen. Er enthält 16 (!) Listenpunkte und zwei Absätze, von denen acht den Tipp geben, dass man mit Belohnungen arbeiten sollte:

Beispiel für viel zu lange Antwort und Wiederholungen in der SGE

Kurzum:

Aus Nutzerperspektive (also ohne SEO-Brille) bin ich aktuell von der SGE noch nicht so überzeugt, was im Übrigen auch für Bing Chat oder ChatGPT mit Internetzugriff gilt.

Für Internet-Recherche nutze ich nach wie vor zu 95 % die klassische Google-Suche.

9. Snapshots ersetzen andere SERP Features

Durch die Snapshots werden andere SERP Features teilweise ersetzt. Vor allem Featured Snippets werden weniger häufig angezeigt, wenn ein Snapshot generiert wird.

Beim Keyword „best vpn for android“ wird in der alten Google-Suche z. B. ein Featured Snippet angezeigt.

In der neuen Google-Suche ist es in den organischen Suchergebnissen unter dem Snapshot nicht mehr zu sehen:

Das könnte Traffic-Verluste bei manchen Keywords etwas abschwächen.

10. Versprechen seitens Google

Schon in 2021 hat Google behauptet, dass die eigene Suche jedes Jahr mehr Klicks an Websites schickt (um dem Vorwurf entgegenzuwirken, dass die meisten Google-Suchen mittlerweile ohne Klick enden).

In der Präsentation Live from Paris vom 8. Februar, in der der Chatbot Bard vorgestellt wurde, hat Prabhakar Raghavan, der Senior Vice President von Google, diese Behauptung wiederholt und versprochen, weiterhin wertvollen Traffic an Creator senden zu wollen:

Open access to information is core to our mission. And we know people seek authentic voices and diverse perspectives. As we scale these new generative AI features, like this, in our search results, we continue to prioritize approaches that will allow us to send valuable traffic to a wide range of creators and support a healthy, open web. In fact, we’ve sent more traffic to the web every year each year than the year prior.

Ich weiß nicht, ob Google dieses Versprechen einhalten wird oder es überhaupt einhalten kann. Aber es ist auf jeden Fall eine Erwähnung wert.

11. Andere Marketing-Kanäle sind auch unsicher

Wenn du glaubst, dass es unsicher ist, SEO zu machen oder darin zu investieren, dann schau dir mal andere Marketing-Kanäle an:

  • Über Facebook ist es mit den Jahren immer schwieriger geworden, Reichweite aufzubauen oder organischen Traffic zu bekommen (außer vielleicht über Gruppen)
  • Twitter geht seit Elon Musks Übernahme den Bach herunter
  • TikTok könnte in den USA komplett verboten werden (es ist für Staatsbedienstete, für Studenten und im Bundesstaat Montana bereits verboten)
  • Auch in der EU denkt man schon seit Längerem über ein TikTok-Verbot nach, z. B. aus Datenschutz- und Jugendschutzgründen (für EU-Abgeordnete ist die App bereits seit März 2023 untersagt)

Dass irgendeine Plattform oder irgendein Social-Media-Netzwerk zu 100 % sicher ist, ist eine Illusion. ?‍♂️

FAQ

Hier habe ich dir Antworten auf häufige Fragen rund um die SGE zusammengestellt:

Google hat noch kein genaues Datum für den offiziellen Start von SGE bekannt gegeben.

Da SGE eine sehr starke Änderung der Google-Suche darstellt und Google erst ausführlich testen muss, wie sich das neue Design auf Nutzerverhalten und Werbeeinnahmen auswirkt, gehe ich davon aus, dass es frühestens Ende 2023, wenn nicht sogar erst in 2024 an den Start geht.

Finn Hillebrandt

Über den Autor

Finn Hillebrandt ist der Gründer von Gradually AI (ehemals Blogmojo) und Blogmojo.ai, SEO-Experte mit 13+ Jahren Erfahrung und KI-Nerd.

Er hilft Online-Unternehmern mehr Kunden über Google zu bekommen und ihre Prozesse mit KI-Tools zu vereinfachen und zu automatisieren.

Finn teilt sein Wissen hier auf dem Blog in 170+ Fachartikeln zu KI-Tools, WordPress und SEO sowie über seinen ChatGPT-Kurs und den SEO-Kurs New Level SEO mit zusammengenommen 600+ Teilnehmern.

Erfahre mehr über Finn und das Team, folge Gradually AI auf Instagram und bei Threads, tritt seiner Facebook-Gruppe zu ChatGPT, OpenAI & KI-Tools bei oder mache es wie 17.500+ andere und abonniere seinen KI-Newsletter mit Tipps, News und Angeboten rund um KI-Tools und Online-Business.

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